Dabei erwischte die SG Bronnzell den deutlich besseren Start. Nach 17 Minuten zeigte Schiedsrichter Mirko Vukovic nach einem Handspiel auf den Punkt. Marek Weber verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zur Führung. Nur drei Minuten später schnürte Weber seinen Doppelpack: Nach einem Angriff legten die Bronnzeller quer, sodass Weber nur noch einschieben musste.
Doch Eichenzell zeigte sich nicht geschockt und kämpfte sich zurück in die Partie. Philipp Pfeiffer verkürzte nach 35 Minuten auf 1:2, ehe David Heil kurz vor der Pause mit einem sehenswerten Volley ins lange Eck den 2:2-Ausgleich erzielte. Dazwischen nahm die Partie auch emotional ordentlich Fahrt auf. Innerhalb weniger Minuten zeigte der Schiedsrichter gleich mehrfach die Gelbe Karte.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Derby intensiv. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, ehe Bronnzell in der Schlussphase erneut zuschlug. Tim Horenkamp stieg nach einer Ecke am höchsten und köpfte in der 76. Minute zum 3:2 ein. Doch Eichenzell hatte erneut eine Antwort parat: Arnis Mulaj stand sechs Minuten später aus fünf Metern goldrichtig und schob zum 3:3-Endstand ein.
Für Eichenzells Spielertrainer Marius Grösch war das Remis nach dem Spielverlauf durchaus ein Punktgewinn – auch wenn der Anspruch eigentlich ein anderer gewesen sei. „Wenn man dreimal zurückkommt, nimmt man den Punkt in dem Sinne mit. Wir haben uns aber mehr vorgenommen“, erklärte Grösch. Insgesamt sei die Partie „zu wild“ gewesen, gerade bei den Gegentoren habe seine Mannschaft es dem Gegner zu einfach gemacht.
„Auf der einen Seite haben wir schöne Tore rausgespielt, auf der anderen Seite haben wir viel Kraft aufgewendet, weil wir immer wieder Gegentore bekommen haben“, bilanzierte Grösch. Wirklich zufrieden sei deshalb niemand. „Wenn ich mir die Entstehung der Gegentore anschaue, ist das für einen Sieg zu wenig. Wir können und wollen nicht zufrieden sein.“ Gleichzeitig hob der Spielertrainer den Kampfgeist seiner Mannschaft hervor: „Mit dem Spielverlauf kommen wir immer wieder zurück.“
Auch die Atmosphäre rund um das Derby begeisterte Grösch. „Es war ein gut besuchtes Derby. Es ging heiß her, hoch und runter. Am Ende haben beide versucht, das Ding zu ziehen.“ Und auch mit dem neuen Flutlicht zeigte sich der Eichenzeller zufrieden: „Mit dem Flutlicht war alles top.“
Bei Bronnzells Trainer Zlatko Radic überwog trotz eines starken Auftritts dagegen die Enttäuschung über die verpassten drei Punkte. „Mit 3:3 bin ich mit der Punkteausbeute nicht zufrieden. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Wir waren die klar bessere Mannschaft, konnten uns aber nicht belohnen“, sagte Radic.
Vor allem die drei Gegentore ärgerten den Trainer. „Wir haben die drei Tore, die wir bekommen haben, schlecht verteidigt. Da wurden wir bestraft.“ Mit der Spielweise seiner Mannschaft sei er dagegen „absolut zufrieden“. Radic sieht sein Team weiterhin auf dem richtigen Weg: „Wir haben gezeigt, dass wir in der Liga gut angekommen sind, aber wir hätten die drei Punkte mitnehmen müssen.“
Auch der Bronnzeller Trainer schwärmte von der Kulisse. „Sehr gute Atmosphäre von beiden Seiten. Beide Zuschauerseiten waren top. Das war ein guter Fight bis zur 90. Minute. Jeder Zuschauer kam auf seine Kosten. Mehr geht nicht im Fußball.“
Immerhin gab es für Radic nach dem intensiven Derby eine gute Nachricht: „Keiner ist verletzt. Alle sind bereit für die nächste Aufgabe.“
Eichenzell: Mohr; Nitz, Pfeiffer, Fuchs, Grösch, Müller, Fröhlich, Heil, Bardhushi, Schlager, Mulaj
Bronnzell: Ihrig; Schneider, Lilly, Pecks, Breunung, Weber, Hohmann, Weiss, Ay, Arnold, Ruppel
Schiedsrichter: Mirko Vukovic
Tore: 0:1 Marek Weber (17., Handelfmeter), 0:2 Marek Weber (20.), 1:2 Philipp Pfeiffer (35.), 2:2 David Heil (42.), 2:3 Tim Horenkamp (76.), 3:3 Arnis Mulaj (82.)
Zuschauer: 900.
