Im Mittelpunkt der Beschwerden steht der morgendliche Zug der Linie RB52, der um 6.46 Uhr in Gersfeld in Richtung Fulda startet. Dieser Zug verkehrt seit vergangener Woche bis zum 2. Oktober mit verringerter Sitzplatzkapazität. Er erreicht Eichenzell um 7.19 Uhr und Fulda um 7.29 Uhr. Um die eingeschränkte Kapazität auszugleichen, setzt die HLB zusätzlich einen Schülerbus ein. Dieser erreicht Eichenzell um 7.24 Uhr und fährt über das Marianum zum ZOB in Fulda.
Nach Schilderungen einiger Leserinnen und Leser kommt es insbesondere am Morgen zu Problemen. Demnach seien die Busse teilweise schon voll, bevor sie Eichenzell erreichen. In einzelnen Fällen seien Schülerinnen und Schüler am Bahnhof zurückgeblieben, nachdem die Busse abgefahren waren. Teilweise seien die Fahrzeuge aus Sicht der Betroffenen aber auch nicht vollständig ausgelastet gewesen. So hätten etwa Schulranzen im Gang oder andere Gegenstände Platz beansprucht, der möglicherweise für weitere Fahrgäste hätte genutzt werden können.
Die Folge: Eltern müssten kurzfristig reagieren und ihre Kinder selbst nach Fulda bringen. Das bedeute für viele Familien nicht nur zusätzlichen organisatorischen Aufwand, sondern teilweise auch Ausfälle bei der Arbeit und weitere Fahrtkosten. Besonders ärgerlich sei die Situation für Eltern, deren Kinder Schulen in Fulda besuchen und die die Kosten für die Fahrkarten selbst tragen müssen.
HLB: An zwei Tagen besonders starke Auslastung
Die Hessische Landesbahn schildert die Situation etwas differenzierter. Michael Plotka von der HLB erklärte auf Anfrage der Osthessen-Zeitung, dass aktuell zwei Gelenkbusse zur Verfügung stünden. Zusätzlich sei ein Schülerzusatzbus im Einsatz. „Unserer Kenntnis nach waren die Busse an zwei Tagen besonders stark ausgelastet, sodass Schülerinnen und Schüler auf den Zusatzbus ausweichen mussten“, so Plotka. An den übrigen Tagen habe sich die Schülerschaft auf die drei zur Verfügung stehenden Busse verteilt. „Wir haben jedoch Verständnis dafür, dass die derzeitige Situation zu Unannehmlichkeiten führen kann, und beobachten die Auslastung weiterhin eng“, erklärte Plotka. Nach Angaben der HLB wurde auf die hohe Auslastung bereits kurzfristig reagiert. Nachdem festgestellt worden sei, dass die Busse schon in Welkers stark ausgelastet gewesen seien, sei der Schülerzusatzbus als operative Maßnahme bereits ab Welkers eingesetzt worden. „Wir nehmen die Rückmeldungen unserer Fahrgäste ernst und haben kurzfristig reagiert“, erläuterte Plotka.
Zusätzlicher Bus bleibt im Einsatz
Ob darüber hinaus noch ein weiterer Bus eingesetzt werden kann, lässt die HLB derzeit offen. Man stehe „täglich mit den eingesetzten Busunternehmen im Austausch“ und beobachte die Auslastung weiterhin genau, erklärte Plotka. Der zusätzliche Schülerbus bleibt nach Angaben der HLB zunächst im Einsatz. Der Zug um 6.46 Uhr ab Gersfeld verkehrt bis zum 2. Oktober weiterhin mit verringerter Sitzplatzkapazität. Für die Schülerinnen und Schüler steht deshalb der zusätzliche Busverkehr zur Verfügung. Auch die Fahrgäste selbst könnten ihren Beitrag leisten. „Ein rücksichtvolles Verhalten aller Fahrgäste kann dazu beitragen, die vorhandenen Kapazitäten bestmöglich zu nutzen“, so Plotka. Dazu gehöre beispielsweise, Schulranzen im Fußraum zu verstauen. Auch auf die Mitnahme von E-Rollern solle in stark ausgelasteten Bussen möglichst verzichtet werden, da diese zusätzlichen Platz beanspruchten.
Zugausfall am frühen Morgen
Neben der eingeschränkten Sitzplatzkapazität des 6.46-Uhr-Zuges gibt es auf der Strecke noch eine weitere Einschränkung. Der Zug, der um 4.52 Uhr in Gersfeld in Richtung Fulda startet, fällt aus und wird durch einen Schienenersatzverkehr ersetzt. Alle anderen Züge des RB52 verkehren nach Angaben der HLB planmäßig mit der gewohnten Sitzplatzkapazität. Die Einschränkungen konzentrieren sich damit auf den frühen Zugausfall sowie auf den morgendlichen Zug um 6.46 Uhr, für den wegen der geringeren Sitzplatzkapazität der zusätzliche Schülerbus eingesetzt wird.
Für mögliche vergleichbare Situationen in der Zukunft kündigt die HLB an, die Auslastung der Verkehre genau im Blick behalten zu wollen. Bei Bedarf werde gemeinsam mit den eingesetzten Busunternehmen geprüft, „welche zusätzlichen Maßnahmen möglich sind“. Für die betroffenen Familien bleibt damit die Hoffnung, dass die vorhandenen Kapazitäten in den kommenden Wochen ausreichen. Die HLB will die Auslastung nach eigenen Angaben weiterhin eng beobachten.
