Kerzells Trainer Florian Günther erwartet eine Partie, in der seine Mannschaft viel Ballbesitz haben könnte. Nach dem Pokalspiel am Mittwoch müsse sein Team allerdings zunächst regenerieren. „Wir müssen durch den Pokal etwas regenerieren. Am Samstag rechne ich mit einem Spiel mit viel Ballbesitz. Darauf müssen wir uns vorbereiten.“ Gleichzeitig warnt Günther vor der Offensive des Gegners: „Wir müssen auf die Offensive aufpassen, aber wenn das passt, fahren wir den achten Heimsieg in Folge ein.“ Personell kann Kerzell aus dem Vollen schöpfen. „Wir haben am Wochenende die volle Kaderbreite. Wir haben einen großen Kader, der uns aktuell sehr weiterhilft“, sagt Günther.
Hosenfelds Trainer Christina Müller ist mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe sich die Mannschaft gefunden und sei inzwischen gut in der Spur. Auch beim jüngsten 1:1 gegen die FSG Vogelsberg habe das Team eine gute Leistung gezeigt. „Es ist schön, wenn man da oben ist, aber es ist nicht unser Anspruch, um die Meisterschaft mitzuspielen. Wir wollen Paroli bieten und jetzt erst einmal ein Polster für die Rückrunde schaffen. Wir haben letztes Jahr gesehen, wie es laufen kann.“
Mit Kerzell wartet allerdings eine hohe Hürde. „Sie sind nicht ohne Grund Spitzenreiter. Sie haben eine gut gemischte Mannschaft, nach vorne wie defensiv, einen eingeschworenen Haufen und eine gute Altersstruktur“, sagt Müller. Besonders beeindrucke sie, dass Kerzell viele Spiele knapp und teilweise erst in der Nachspielzeit gewinne. Genau das brauche man, wenn man oben stehen wolle. Dennoch reist Hosenfeld nicht ohne Ambitionen an: „Wir wollen die Punkte mitnehmen.“
Die jüngsten Ergebnisse unterstreichen die gute Form der Gäste. Auf einen 3:0-Erfolg beim SV Schweben und einen 4:0-Sieg gegen die SG Schmalnau/Hettenhausen/Gersfeld folgte das Unentschieden gegen Vogelsberg. Allerdings ist die Personallage angespannt. Krankheitsbedingte Ausfälle, berufliche Verpflichtungen und Urlauber schränken die Möglichkeiten ein. „Kadertechnisch sieht es eher dünn aus. Es könnte besser aussehen, aber jeder hat seine Probleme, also will ich nicht groß jammern“, sagt Müller.
Lauterbach will den Platz in der Spitzengruppe behaupten
Auch der VfL Lauterbach mischt in der Kreisoberliga Süd weit oben mit. Die Mannschaft von Trainer Burak Ilgar steht mit 26 Punkten auf Rang vier und reist am Sonntag um 15 Uhr zum TSV Rothemann. Das ursprüngliche Saisonziel war der Klassenerhalt. Nun hat sich Lauterbach in der Spitzengruppe festgesetzt und möchte den eingeschlagenen Weg fortsetzen.
„Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft haben. Das Saisonziel war Klassenerhalt. Jetzt sind wir mit der Hinrunde fast durch, können das Tempo mitnehmen und haben uns Stand jetzt oben festgesetzt“, sagt Ilgar. Gleichzeitig warnt er vor zu großen Erwartungen: „Wir wissen, dass sich das schnell ändern kann und man abrutschen kann.“
Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze gibt Selbstvertrauen, soll aber nicht zu überzogenen Ansprüchen führen. „Wir wollen jetzt keine Kampfansage nach oben machen. Wir wollen den Platz, den wir uns erarbeitet haben, halten. Das verleiht unglaublich viel Selbstbewusstsein“, erklärt der Trainer.
Mit Rothemann wartet ein Gegner, der derzeit weiter unten steht, als Ilgar es erwartet hätte. Unterschätzen will er den TSV deshalb keinesfalls. „Es ist eine sehr ausgeglichene Liga, da kann man niemanden unterschätzen.“
Ein wichtiger Faktor für Lauterbach ist die zuletzt stabilere Defensive. Die Abwehr sei zwar lange keine große Stärke gewesen, doch zwei Neuzugänge hätten der Mannschaft viel Erfahrung gebracht. Nils Löffler und Michel Jöppel ergänzten sich gut und gäben dem Team Sicherheit. Davon profitierten auch die Außenverteidiger. Zugleich funktioniere es offensiv ebenfalls gut. Ilgar sieht seine Mannschaft insgesamt ausgewogen aufgestellt.
Der Kader ist zwar nicht besonders breit, bislang blieb Lauterbach aber weitgehend von Verletzungspech verschont. Die jüngsten Ergebnisse stimmen ebenfalls: Auf einen 1:0-Erfolg bei der SG Löschenrod folgte ein 1:1 bei der SG Bellings/Hohenzell, ehe der VfL den FSV Thalau mit 5:0 bezwang.
Weitere Partien in den Kreisoberligen
Auch in den anderen Kreisoberligen stehen interessante Begegnungen an. In der Kreisoberliga Mitte trifft die SG Edelzell/Engelhelms als Tabellenzweiter auf den FSV Germania Fulda, der aktuell Rang sechs belegt. In der Kreisoberliga Nord kommt es zum Kellerduell zwischen dem SV Steinbach II und der FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen. Der Tabellenletzte empfängt den Drittletzten – für beide Mannschaften bietet sich damit die Chance, wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zu sammeln.
