Eiterfeld/Leimbach steht aktuell mit 35 Punkten auf dem Relegationsplatz 14, während Eichenzell mit 38 Zählern direkt darüber auf dem ersten sicheren Nichtabstiegsrang liegt. Durch den 1:0-Hinspielsieg besitzt die Britannia zudem Vorteile im direkten Vergleich – weshalb Eichenzell bereits ein Unentschieden zum sicheren Klassenerhalt reichen würde. Mit einem Sieg wäre die Rettung ohnehin gesichert.
Für Eiterfeld/Leimbach hingegen zählt praktisch nur ein Erfolg. Gewinnt die SGEL mit einem Tor Unterschied, wäre der direkte Vergleich ausgeglichen. Ein höherer Sieg könnte im Saisonendspurt sogar noch entscheidend werden.
Zusätzliche Spannung bringt der Blick auf die Parallelspiele: Der punktgleiche OSC Vellmar (38 Punkte) tritt am Samstag um 15.30 Uhr beim bereits abgestiegenen SC Willingen an. Sollte Eiterfeld gewinnen und Vellmar gleichzeitig verlieren, würde sich die Situation im Tabellenkeller weiter zuspitzen. Eiterfeld hätte dann den direkten Vergleich gegen Vellmar gewonnen, Vellmar wiederum den Vergleich gegen Eichenzell. Wer im direkten Vergleich zwischen Eichenzell und Eiterfeld vorne liegt, entscheidet sich endgültig erst im Rückspiel.
Auch die SG Calden/Meimbressen (39 Punkte) ist noch nicht vollständig aus dem Rennen und könnte bei ungünstigen Ergebnissen ebenfalls noch einmal unter Druck geraten.
Entsprechend groß ist die Anspannung vor der Partie. Eiterfeld-Trainer Andjelko Urosevic spricht offen von einem Endspiel: „Das ist ein Mehr-als-sechs-Punkte-Spiel. Das ist jedem bewusst.“ Seine Mannschaft müsse gewinnen: „Wir wissen, dass wir das Spiel ziehen müssen. Aber die Mannschaft ist stabil und wir sind in der Lage, Eichenzell zu schlagen.“
Trotz des Drucks sieht Urosevic sein Team vorbereitet: „Wir können mit dem Druck umgehen.“ Gleichzeitig erkennt er die Ausgangslage an: „Der psychologische Vorteil liegt bei Eichenzell, weil sie nur einen Punkt brauchen.“ Gerade deshalb erwartet er ein taktisch geprägtes Spiel: „Das wird sehr ergebnisorientiert geführt werden.“
Besonders wichtig sei die defensive Stabilität: „Wir haben viel daran gearbeitet, hinten stabil zu stehen und hoffentlich auch mal zu null zu spielen“, erklärt Urosevic. Auch die äußeren Bedingungen könnten eine Rolle spielen: „Durch das Wetter wird das ein energieraubendes Spiel. Wir laden die Akkus vorher auf und achten auf viel Trinken.“ Personell kann Eiterfeld/Leimbach nahezu aus dem Vollen schöpfen: „Wir sind vorbereitet“, so der Coach.
Auch bei Eichenzell ist die Ausgangslage klar. Trainer Heiko Rützel macht keinen Hehl daraus, worum es geht: „Der Verlierer dieser Partie wird wahrscheinlich die Relegation spielen. Und wir wollen definitiv keine Relegation spielen.“
Dass seiner Mannschaft bereits ein Punkt reichen würde, spiele vor Anpfiff nur eine untergeordnete Rolle: „Natürlich brauchen wir theoretisch nur ein Unentschieden, aber wir wollen das Spiel gewinnen“, betont Rützel. Entscheidend sei am Ende vor allem das Ergebnis: „An diesem Wochenende steht das Resultat im Vordergrund.“
Der Coach erwartet eine intensive Begegnung: „Für beide Mannschaften steht extrem viel auf dem Spiel.“ Die Tagesform werde daher eine entscheidende Rolle spielen: „Ich hoffe, dass meine Jungs gut ins Spiel kommen.“ Personell hofft Rützel noch auf die Rückkehr einiger angeschlagener Spieler: „Bis auf die Langzeitverletzten sind wir eigentlich gut aufgestellt.“
Die Voraussetzungen für einen nervenaufreibenden Nachmittag könnten damit kaum größer sein: direkter Abstiegskampf, enge Tabellenkonstellationen – und möglicherweise schon eine Vorentscheidung im Rennen um den Klassenerhalt.
Das Spiel in Eichenzell findet aufgrund des „Tag des Fußballs“ bereits um 14.30 Uhr statt. Im Anschluss sind alle herzlich eingeladen, im Clubhaus das Hessenpokalfinale zwischen der SG Barockstadt und dem SV Wehen Wiesbaden gemeinsam zu verfolgen. Am Abend folgt das DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart. Alle Partien sind dort live zu sehen.
