„Wir trainieren durch“, machte TSG-Trainer Auth, für den das Hessenpokal-Finale das letzte Spiel an der Seitenlinie sein wird, schon nach dem Ende der Hessenliga klar: 1:3 hieß es am vergangenen Wochenende in Großenenglis, der zweite Platz in der Liga war dennoch ein großer Erfolg. Noch größer war der Coup zuvor im Pokal-Halbfinale gegen den Regionalligisten Hessen Kassel, der der TSG das Endspiel in Marburg am 13. Juni bescherte.
Drei Wochen Training warten damit auf die Lütterer Frauen nun. Und nach einer Rückrunde mit Höhen, aber auch einigen Tiefen und Unbeständigkeiten, forderte Auth eine klare Linie: „Natürlich springt ein gutes Pferd vielleicht nur so hoch, wie es muss – hier und da sind wir aber nicht hoch genug gesprungen. Ich hoffe, dass mit dem Finale vor der Brust und der Chance, in den DFB-Pokal einzuziehen, das Engagement und die Motivation nochmal steigen“. Nicht nur mit 100, sondern mit „110 Prozent“ werde die TSG die Trainingseinheiten ab sofort angehen, „da ist alles andere als ausruhen angesagt“, so Auth. Die Uhren stehen wieder auf null, ergänzt der Trainer: „Wir schauen dann erst, wer es sich verdient hat und spielen wird“.
Da der Einzug ins Endspiel nicht unbedingt vorherzusehen war, haben auch Spielerinnen bereits Urlaub gebucht: Torfrau Lea Schaab wird der TSG daher im Finale fehlen, zwei andere Spielerinnen konnten ihren Urlaub derweil verschieben, erklärt Auth, der sich auf ein stimmungsvolles Pokalfinale freut. Der Gegner wird aus der Hessenliga kommen: Entweder Meister BG Marburg oder aber der SC Dortelweil, die ihr Halbfinale erst am 6. Juni spielen. Blau-Gelb Marburg hätte aber keinen Heimvorteil: Das Georg-Gaßmann-Finalstadion ist nicht die Spielstätte des Hessenliga-Meisters.
Bei der TSG Lütter steht mit Platz zwei bei den Frauen und Rang drei bei der zweiten Frauenmannschaft, sowie Platz vier bei der SG Lütter/Welkers II und Platz zwei bei den Männern in der KOL Süd eine tolle Saisonbilanz. Und es geht noch weiter: Die Männer „dürfen“, nachdem sie im Vorjahr in derselben abgestiegen sind, wieder Relegation spielen. Der Vizemeister der Kreisoberliga Nord wartet, kurioserweise könnte es – neben Bebra – wieder Dittlofrod werden. „Wir hoffen natürlich für den Verein auf eine erfolgreiche Relegation der Herren“, fiebert Auth mit – und muss gleichzeitig die Vorbereitung seiner Mädels auf das große Pokalfinale schmeißen, die in der Relegation sicher auch als Unterstützung im Fanblock gebraucht werden. Dabei schielt er zurück aufs Halbfinale: „Das war eine sensationelle Leistung gegen Kassel von der Mannschaft, darauf bauen wir auf. Fußball ist am Ende auch sehr viel Kopfsache“. Auch an Hessenliga-Meister Marburg schickt er noch Grüße: „Chapeau, sie haben eine saustarke Rückrunde gespielt“.
