„Ich war einfach die ganze Zeit am Grinsen“, sagt Milz im Gespräch mit Osthessen-Zeitung über den Moment, als die ersten Spieler auf dem Court standen. „Es ist schon surreal nach so vielen Monaten.“ Eigentlich habe er den ersten Platz noch gar nicht offiziell freischalten wollen. Doch durch ein Versehen tauchte der Court bereits in der Buchungs-App auf – und wurde prompt reserviert. Dabei war die Situation vor wenigen Wochen noch alles andere als sicher. Wegen ungeklärter Formalitäten und eines Rechtsstreits hatte sich die Eröffnung der ersten Indoor-Padelhalle Osthessens immer weiter verzögert. Zeitweise sei sogar unklar gewesen, ob der Bau in der Halle überhaupt umgesetzt werden könne. „Das war schon ziemlich unsicher gegen Ende“, erinnert sich Milz.
Nachdem schließlich die nötigen Genehmigungen vorlagen, ging plötzlich alles ganz schnell. Innerhalb weniger Tage musste eine Bautruppe organisiert werden – keine leichte Aufgabe in Zeiten voller Auftragsbücher. „Es wird gerade so viel gebaut, dass es fast unmöglich war, spontan einen freien Slot zu finden“, berichtet Milz. Über Kontakte seines Beraters sei letztlich doch kurzfristig ein Team zustande gekommen. Seitdem wird nahezu rund um die Uhr gearbeitet. Teppiche werden millimetergenau verlegt, tonnenweise Quarzsand verteilt und letzte Details angepasst. „Jeder Platz braucht zwei Tonnen Quarzsand“, erläutert Milz. Dazu komme spezieller Kunstrasenkleber und viel Handarbeit. „Es ist schon krass, wie viel Wissen dahintersteckt, damit am Ende alles perfekt aussieht.“
Insgesamt entstehen in der Halle vier Indoor-Courts. Zwei davon sollen bereits ab kommender Woche regulär buchbar sein, die restlichen beiden folgen später – gebucht werden kann über die App „Playtomic“. „Ab nächster Woche kann man mindestens zwei Plätze offiziell online buchen“, kündigt Milz an. Der vorderste Court, an dem aktuell noch gearbeitet wird, soll zukünftig eine besondere Rolle einnehmen: Er wird als „Center Court“ komplett mit Glasecken ausgestattet und soll künftig die Hauptspielfläche der Anlage werden.
Parallel zum Sportbereich entsteht derzeit auch ein Lounge- und Aufenthaltsbereich. Geplant sind Sitzmöglichkeiten, Getränke, Snacks und perspektivisch auch Bier nach dem Match. „Das gehört dazu – wie beim Tennis auch“, sagt Milz lachend. Im Sommer sollen zudem die großen Rolltore geöffnet werden können, damit sich der Hallenbereich noch luftiger anfühlt – Strandstühle vor dem Eingang inklusive. Sorgen, dass die verspätete Eröffnung mitten in die wärmere Jahreszeit fällt, macht sich Milz trotz bestehender Outdoor-Angebote in der Region nicht. Die Nachfrage sei weiterhin groß. „Und auch im Sommer ist es mittags in der Sonne irgendwann anstrengend.“ Zudem verfüge die Halle über Heizstrahler für die kalte Jahreszeit – ein Vorteil gegenüber vielen anderen Padelhallen in alten Industriegebäuden.
Wie emotional die vergangenen Monate für ihn waren, verschweigt der Gründer nicht. Als erstmals der Teppich lag und die Hallenbeleuchtung eingeschaltet wurde, sei ihm bewusst geworden, dass die Idee nun tatsächlich Realität wird. „Ich hätte fast geheult“, erzählt Milz offen: „Die letzten Monate waren schon hart.“ Vor ziemlich genau einem Jahr sei die Idee entstanden – jetzt steht er tatsächlich in seiner eigenen Halle. Dabei steckt in dem Projekt auch jede Menge Eigenleistung. Gemeinsam mit seinem Bruder und einem Freund habe er sämtliche Teile der Courts eigenhändig aus den Containern entladen und in die Halle getragen. „Ich habe jedes einzelne Stück hier berührt“, sagt Milz nostalgisch: „Auf jedem Teil steckt ein bisschen Schweiß von mir, meinem Bruder und unserem Kollegen.“
Die offizielle Eröffnungsfeier ist derzeit für Mitte Juni geplant. Dann soll auch der Lounge-Bereich fertig eingerichtet sein. Zudem sind Werbepartner und ein gebrandeter Court vorgesehen. „Da wird hier wirklich die Hölle los sein“, betont Milz mit Blick auf die geplante Eröffnungsparty. Bis dahin wird in Welkers zwar noch gebaut – gespielt werden kann aber schon bald ganz offiziell. Und genau darauf haben viele Padel-Fans in Osthessen offenbar lange gewartet. „Ich bekomme die ganze Zeit Anrufe“, erzählt Milz abschließend: „Aber es freut mich einfach.“
