Lokales 19.03.2026

Kommunalwahl: CDU und Bürgerliste legen zu – SPD enttäuscht

Eichenzell (pk) – Die CDU in Eichenzell konnte sich bei der diesjährigen Kommunalwahl über einen signifikanten Zuwachs von über fünf Prozent freuen, scheiterte jedoch trotzdem knapp an der 50-Prozent-Hürde. Während die Bürgerliste einen zusätzlichen Sitz gewann, verlor die SPD deutlich an Stimmen – auch die CWE büßte einen Sitz ein.

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„Es war ein sehr gutes Ergebnis für uns“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Julian Rudolf auf OZ-Nachfrage. In Zahlen ausgedrückt bedeutete dies 48,23 Prozent und damit zwei Sitze mehr als in der vorangegangenen Wahlperiode. Dieses Ergebnis sei ein Zeichen für das deutliche Vertrauen gegenüber der Partei. „Wir sehen es als klaren Auftrag der Bürger“, so Rudolf. Dass die CDU so nah an die 50-Prozent-Marke herankam, sei zwar etwas überraschend gewesen, dennoch betont er das Vertrauen in sein Team und stellt klar, dass ein Anstieg im Vergleich zum Jahr 2021 durchaus zu erwarten war.

Am Montag sei die Enttäuschung über den einen fehlenden Sitz zur absoluten Mehrheit zwar kurzzeitig spürbar gewesen, hielt jedoch nicht lange an. „Jetzt müssen wir eine stabile Zusammenarbeit organisieren“, erklärt der Fraktionsvorsitzende. Wie diese im Endeffekt aussehe, bleibe abzuwarten. Ob es zu einer Koalition oder anderen Möglichkeiten komme, werde nun intern besprochen, bevor die Partei im Anschluss auf die anderen Fraktionen zugehen möchte.

Joachim Weber von der Bürgerliste zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Wahlergebnis von 25,89 Prozent und dem daraus resultierenden zusätzlichen Sitz. „Wir sehen das erstmal sehr positiv“, so Weber. Die Bürgerliste habe zum dritten Mal in Folge zulegen können und sei, abgesehen von der CDU, die einzige Kraft, die keine Stimmen verloren habe. „Wir werten das Ergebnis als klare Bestätigung unserer bisherigen Arbeit und als deutlichen Auftrag für die kommende Wahlperiode“, so Weber weiter. Mit Blick auf eine potenzielle Koalitionsbildung sei die Bürgerliste grundsätzlich gesprächsbereit, wobei der Ball natürlich nicht bei ihr liege. „Wir sind immer offen und gesprächsbereit – nur nicht bei einer Partei, aber die ist in Eichenzell nicht angetreten“, erklärt der Fraktionschef. Ein Thema ist ihm jedoch besonders wichtig: Eichenzell müsse von den hohen Schuldenbergen herunterkommen. Sollte an anderer Stelle keine Einigkeit darüber herrschen, sehe er keine Basis für eine Zusammenarbeit. Bei den großen Themen der Bürgerliste Eichenzell – Konsolidierung des Gemeindehaushalts und Zentrum für Medizin, Familie und Senioren – solle es noch in diesem Jahr mit grundlegenden Entscheidungen vorangehen, so Weber weiter. Die Bürgerliste nehme Rückenwind aus dem Zuspruch der Bevölkerung mit.

Die SPD ist mit 16,95 Prozent und dem Verlust von zwei Sitzen der größte Wahlverlierer in Eichenzell. „Natürlich sind wir über das Ergebnis enttäuscht“, erklärt Birgit Kömpel, die es in die Gemeindevertretung und den Kreistag schaffte. Es sei jedoch bereits erwartet worden, dass die Sozialdemokraten etwas schlechter abschneiden würden als bei der vergangenen Wahl. Ein Grund dafür sei, dass Lutz Köhler nicht mehr auf der Liste stand. Er sei einer der besten Kommunalpolitiker und ein „echtes Zugpferd“ gewesen. Die SPD habe sich nun jedoch bewusst jünger aufgestellt, um mittel- und langfristig für ein soziales Eichenzell präsent zu sein. Mit Blick auf eine mögliche Koalition sieht Kömpel es so, wie es für ihre Partei üblich ist: „Es gehört zu den sozialen Gepflogenheiten, sich alles anzuhören.“ Die SPD zeige sich daher für Gespräche in alle Richtungen offen.

Die CWE um den Fraktionsvorsitzenden Alfons Schäfer erzielte 4,26 Prozent der Stimmen und verlor im Vergleich zur letzten Wahl einen Sitz. Für die Wählergemeinschaft sei es natürlich „nicht erfreulich“, so knapp an einem weiteren Mandat vorbeizurutschen. „Das ist wirklich ärgerlich, aber es ist nicht zu ändern“, erklärt Schäfer, der nun als einziger Vertreter seiner Partei im Gemeindeparlament sitzt. Dieses Ergebnis sei nicht erwartet worden, aber das Votum der Bürger müsse so akzeptiert werden. Was eine künftige Zusammenarbeit mit den anderen Parteien angeht, hält er sich kurz: „Die CWE wird mit allen Gespräche führen.“

Die Wahlbeteiligung lag bei insgesamt 62,46 Prozent. Die CDU erzielte in Rönshausen mit 65,07 Prozent ihr bestes Ergebnis, die Bürgerliste war in Eichenzell am stärksten und lag in den drei dortigen Wahlbezirken jeweils bei gut 40 Prozent. Die CWE verbuchte in Rothemann 16,15 Prozent und damit den Großteil ihrer Stimmen. In Löschenrod war die SPD mit 22,11 Prozent stark, die FDP holte in Döllbach (7,83 Prozent) ihr bestes Ergebnis.