Lokales 16.03.2026

Erfolgreiche Sprengung der A7-Brücke bei Döllbach - Video

Eichenzell (aw) – Zwei kurze Signaltöne lagen über dem Gelände, dann wurde es kurz still – im nächsten Moment folgte ein lauter Knall. Punkt 11 Uhr stürzte die rund 58 Jahre alte Thalaubachtalbrücke bei einer kontrollierten Sprengung in sich zusammen. Innerhalb weniger Sekunden fiel das 320 Meter lange Bauwerk in das vorbereitete Fallbett. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Ereignis aus rund 300 Metern Entfernung, während mehrere Drohnen den Moment aus der Luft festhielten. Nach Angaben der Verantwortlichen verlief die Sprengung ohne Zwischenfälle.

Foto: Christine Görlich.

Für den Abbruch kamen rund 100 Kilogramm Sprengstoff sowie etwa 1200 Zünder zum Einsatz. In der Konstruktion der Brücke waren rund 2000 Tonnen Stahl verbaut. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten mehrere Verantwortliche die Gäste und erläuterten den Ablauf der Sprengung. Unter ihnen waren Cord Lüesse, Direktor der Niederlassung Nordwest der Autobahn GmbH, Michael Auer, Vorstandsmitglied des Bauunternehmens Bickhardt Bau, Viktor Toderenschuck, Abteilungsleiter für Brücken- und Ingenieurbau bei Bickhardt Bau, sowie Bernhard Klöpfel, Leiter der Außenstelle Kassel der Autobahn GmbH. Sie erklärten die technischen Hintergründe der Sprengung und dankten allen Beteiligten für die Zusammenarbeit.

Auch Johannes Rothmund, Bürgermeister von Eichenzell, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Maßnahme. „Als Gemeinde Eichenzell freuen wir uns, dass die Sprengung technisch möglich und durchführbar ist“, sagte er. Zugleich betonte er: „Wir wünschen der Baufirma Bickhardt Bau und der Autobahn GmbH weiterhin guten Erfolg und bedanken uns für die außerordentlich gute Zusammenarbeit, die in der heutigen Zeit sicherlich nicht selbstverständlich ist.“ Auch Michael Brand, Mitglied des Deutschen Bundestages, ließ es sich nicht nehmen, persönlich vorbeizuschauen und sich ein Bild von der Sprengung zu machen.

Während des gesamten Ablaufs standen die Einsatzkräfte über Funk miteinander in Verbindung, um die einzelnen Schritte genau zu koordinieren. Auch das Technische Hilfswerk (THW) war vor Ort und unterstützte die Sicherungsmaßnahmen. Die Polizei regelte zudem den Straßenverkehr rund um das Gelände.

Der Ablauf folgte einem genau abgestimmten Zeitplan. Gegen 10.55 Uhr gab der Sprengmeister mehrere Signaltöne ab: Ein langer Ton kündigte die bevorstehende Sprengung an, zwei kurze Töne signalisierten die unmittelbar bevorstehende Zündung. Kurz vor der eigentlichen Sprengung wurde zunächst ein besonders lauter Knall ausgelöst, um Tiere aus dem Bereich der Brücke zu vertreiben. So sollte verhindert werden, dass sich noch Tiere im Gefahrenbereich aufhielten.

Anschließend erfolgte der Abbruch in zwei schnell aufeinanderfolgenden Zündungen. Zuerst wurde der Teil der Brücke gezündet, der in Richtung Norden führte. Wenige Sekunden später folgte der Abschnitt in Richtung Süden. Durch diese kurze zeitliche Verzögerung stürzte die Konstruktion kontrolliert zusammen und kam möglichst genau im vorbereiteten Fallbett zum Liegen.

Kurz danach überprüfte der Sprengmeister, ob alle Ladungen ordnungsgemäß detoniert waren und der Abbruch wie geplant verlaufen war. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, wurde der abgesperrte Bereich rund 15 Minuten später wieder freigegeben.

Im Anschluss wurden die Sensoren der neuen Brücke ausgelesen. Erst nachdem die Messwerte bestätigt hatten, dass die Sicherheit gewährleistet war, sollte die neue Brücke für den Verkehr freigegeben werden.