Am 21. Mai dieses Jahres kam die Gemeindevertretung Eichenzell zu ihrer zweiten Sitzung zusammen. Im Verlauf der Sitzung wurden zahlreiche ausgeschiedene Mitglieder des Gemeindevorstandes, der Gemeindevertretung und der Ortsbeiräte durch Ehrenbezeichnungen geehrt. Geehrt wurden als Ehrenbeigeordnete: Peter Happ (37 Jahre), Thomas Lang (25 Jahre) und Gerhard Dehler (25 Jahre); als Ehrengemeindevertreter: Peter Seufert (20 Jahre), Stefan Wassermann (15 Jahre) und Rüdiger Maluck (29 Jahre); als Ehrenmitglieder des Ortsbeirats: Walter Liebert (45 Jahre) und Thomas Hofmann (20 Jahre). Dabei war umstritten, ob eine solche Ehrenbezeichnung allein wegen einer gewissen Dauer der Mitgliedschaft oder aber auch durch ein entsprechendes Verhalten verdient wird. „Hier setzte sich die Ansicht der CDU-Fraktion durch, dass das Verhalten in der Gesellschaft eine untergeordnete Rolle spiele“, schreibt die SPD in ihrer Pressemitteilung. Die SPD-Fraktion gratuliert den Geehrten und bedankt sich für deren jahrelange engagierte Arbeit für das Gemeinwohl.
Wichtige Entscheidungen wurden auch hinsichtlich der finanziellen Situation der Gemeinde Eichenzell getroffen. Zwei Vorschläge des Gemeindevorstandes wurden von der Gemeindevertretung einstimmig abgelehnt. Zum einen wurde der Vorschlag die Eingangssituation des Schlösschens umzubauen, um die seit Jahren bestehenden Probleme mit der 400 Kilogramm schweren Eingangstür zu beseitigen und eine Verbesserung der energetischen Situation zu erreichen, abgelehnt, da dieser Vorschlag des Bürgermeisters circa 340.000 Euro gekostet hätte. „In einer Gemeinde, in der das Rasenmähen auf den Friedhöfen aus Kostengründen eingeschränkt wird, ist ein Vorbau vor dem Eingang zum Preis eines Einfamilienhauses völlig aus der Zeit gefallen“, so die SPD: „Dass Seitens des Bürgermeisters hier nicht gleich eine kostengünstigere Lösung aufgezeigt wurde, ist nicht nachvollziehbar. Auch wenn hier offensichtlich enge Vorgaben durch den Denkmalschutz gemacht wurden, sind sicherlich relativ einfach kostengünstigere Lösungen vorstellbar. Warum kann eine optisch vergleichbare Tür nicht erheblich leichter und damit kostengünstiger hergestellt werden? Warum kann die derzeitige Tür nicht durch eine dahinterliegende elektrische Schiebetür ergänzt werden? Immer nur zur teuersten Lösung zu greifen ist nicht mehr der richtige Weg.“
Zum anderen wurde auch der Vorschlag des Bürgermeisters, parallel zum Neubau der Autobahnbrücke Welkers Leerrohre für den Anschluss von möglichen Freiflächen-PV-Anlagen an das Umspannwerk Welkers verlegen zu lassen abgelehnt. Diese Maßnahme war vom Gemeindevorstand mit Kosten in Höhe von 600.000 Euro veranschlagt worden. „Geld, dass unsere Gemeinde in der derzeitigen Situation einfach nicht hat. Diese Leerrohre hätten sich zwar eventuell durch die Nutzung von Betreibern der PV-Anlage wieder refinanziert, wann und in welchen Maßstab war und ist aber völlig offen“, so die SPD. Diese Entscheidung fiel insbesondere der SPD-Fraktion sehr schwer, da allen Fraktionen bekannt war, dass dies gegebenenfalls mit erheblichen Belastungen der Einwohner von Welkers verbunden sein wird. Die Verlegung von Kabeln zum Umspannwerk Welkers wird nun wahrscheinlich unter den Straßen des Ortsteils erfolgen müssen. „Die SPD-Fraktion begrüßt es aber, dass sich auch die stärkste Fraktion offensichtlich darauf besonnen hat, mit der Mehrheit der Gemeindevertretung zusammen zu arbeiten und nicht nur die Konfrontation zu suchen“, so die SPD abschließend: „Dieser Weg des Ausgleichs und der Kommunikation sollte der Weg in die Zukunft sein.“
