„Wir waren die bessere Mannschaft, haben mehr für das Spiel gemacht und hatten die besseren Chancen“, bilanzierte TSG-Coach Bönte, dessen Team nervös begann, sich vor allem in Sachen Effizienz in der zweiten Halbzeit aber deutlich steigerte: Vincent Pappert glich den Pausenrückstand nach knapp 70 Minuten aus, als er eine Flanke von der linken Seite am zweiten Pfosten über die Linie drückte. Wenig später drehte der zur Pause eingewechselte Noah Maienschein das Spiel (83.), ehe Kevin Muth in der Nachspielzeit gar noch das 3:1 nachlegte und Lütter so in eine exzellente Position vor dem Rückspiel brachte – trotz des hochverdienten Sieges hätte die Partie zwischenzeitlich allerdings auch einen ganz anderen Ausgang nehmen können: Beim Stand von 1:1 tauchte Bebras eingewechselter Toptorjäger Darian Jung frei vor Lütters Schlussmann Marius Arnold auf und wurde von der TSG-Defensive zu Fall gebracht. Nicht nur die Gäste warteten auf den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Kevin Kuchler, der jedoch ausblieb: Kuchler entschied sofort auf Weiterspielen. „Das war ein klarer Elfmeter, gar keine Frage“, gab selbst Sascha Bönte zu: „Da hatten wir extrem Glück.“ Statt nach einem möglichen Strafstoß mit 1:2 hinten zu liegen, traf Lütter durch Maienschein wenig später selbst und drehte das Spiel, ehe Kevin Muth das letzte Wort hatte.
Bereits der erste Durchgang gehörte klar der TSG, die vor heimischem Publikum und unter den Augen des amtierenden KOL-Nord Meisters Dittlofrod/Körnbach von Beginn an ordentlich Dampf machte: Nach zwei ersten Abschlüssen war es nach etwas mehr als 15 Minuten Vincent Pappert, der die Riesenchance zur Führung hatte, die Gäste konnten den Ball jedoch gerade noch vor der Linie klären – die Fahne des Assistenten ging aber ohnehin hoch. Dennoch spielte fortan nur noch die TSG, Bebra kam zeitweise kaum noch aus der eigenen Hälfte. Wieder Pappert hatte nur wenig später erneut die Führung auf dem Kopf, Vleron Sejoi im FSG-Kasten verhinderte jedoch den Einschlag (25.). Von den Gästen kam offensiv wenig, lediglich Spielertrainer Maik Leidorf setzte nach vorne einige Akzente – im Gegensatz zu Lütter präsentierten sich die Eisenbahner allerdings brutal effektiv: Praktisch mit dem Pausenpfiff gelang Marlon Hofmann das sehenswerte 1:0 per direkt verwandelter Ecke – wenn auch unter Mithilfe des Windes und des Innenpfostens. Auch nach der Pause war Lütter schließlich die bessere Mannschaft und gewann am Ende verdient, wenn auch nicht ohne Nebengeräusche: Hätte Schiedsrichter Kuchler den Strafstoß gegeben, wäre die Ausgangslage vor dem Rückspiel höchstwahrscheinlich eine gänzlich andere. „Noch haben wir nichts gewonnen, wir müssen in Bebra genauso Vollgas geben. Feiern werden wir, wenn wir aufgestiegen sind“, richtete Sascha Bönte den Blick bereits nach vorne.
Lütter: Arnold; Dechant, Rehm, Kremer, Schertell, V. Pappert (72. M. Müller), Burkard (46. Maienschein), M. Pappert, Nüchter (86. Münkel), Koch (46. Muth), Schlott (72. V. Müller)
Bebra: Sejoi; Schade, Hollstein, Holzhauer, Cavas, Hofmann, Mainz, Stockmann, Knoche, Töws, Leidorf (63. Jung, 72. Gök)
Schiedsrichter: Kevin Kuchler (Kaichen)
Tore: 0:1 Marlon Hofmann (44.), 1:1 Vincent Pappert (69.), 2:1 Noah Maienschein (83.), 3:1 Kevin Muth (90.)
Zuschauer: 1300
Gelb-Rote Karte: Kevin Muth (Lütter, 90.+2)
