Sport 03.06.2026

Gruppenliga-Relegation – Bebra fährt als „Underdog“ nach Lütter

Lütter/Bebra (pf) – Zwei KOL-Vizemeister kämpfen um den Aufstieg – allerdings mit völlig unterschiedlichen Vorzeichen: Am Mittwochabend um 18.45 Uhr steigt das Halbfinal-Hinspiel der Relegation zur Fußball-Gruppenliga am Sauerbrunnen, wenn die TSG Lütter auf die FSG Bebra trifft.

Im Vorjahr war schon die Hölle los am Sauerbrunnen – nun spielt Lütter die Relegation allerdings um den Aufstieg. Archivfoto: Natalia Lindt

2018 standen sich Lütter und Bebra bereits in der Relegation gegenüber. Archivfoto: Christine Görlich

Während die TSG Lütter bereits seit einigen Wochen als Vizemeister der KOL Süd feststeht und sich auf die großen Spiele vorbereiten konnte, und noch dazu bereits vergangenen Donnerstag auf Wunsch von Flieden II sein letztes Saisonspiel absolvierte, rutschte Bebra erst am Sonntag noch von der Spitzenposition im Norden auf Platz zwei ab. „Eine gewisse Enttäuschung ist natürlich da – auch über die eigene Leistung. Aber der Vorteil ist: Wir können es direkt wieder besser machen und haben keine Zeit zum Nachdenken“, gibt FSG-Spielertrainer Maik Leidorf an.

Die TSG Lütter musste zumindest, was den Gegner angeht, kurzfristig umplanen: War Trainer Sascha Bönte noch zuletzt in Weiterode, und schaute sich mit dem ESV und Dittlofrod/Körnbach zwei potenzielle Gegner an, wurde es nun die FSG Bebra, die er dann auch noch am Sonntag beim 1:3 in Hünfeld beobachtete. „Wir hatten die Möglichkeiten, ein paar Kräfte zu schonen in den letzten Wochen, aber mussten auch das Tempo hochhalten – da haben wir denke ich einen guten Spagat hinbekommen“, spricht Bönte von großem Selbstvertrauen, das die TSG Lütter mit in die Relegation nimmt. Dazu ist die Ausgangslage eine ganz andere als im Vorjahr, als Lütter gegen Dittlofrod aus der Gruppenliga abstieg: „Damals ist die Mannschaft personell am Zahnfleisch gegangen, es fehlten viele Leistungsträger. Jetzt sind wirklich alle an Bord“, freut sich Bönte.

Beide Teams haben sich in der Vorsaison in der Gruppenliga noch gegenübergestanden, dort holte Bebra vier Punkte aus den beiden Duellen. Auch das einzige Relegationsspiel zwischen beiden im Jahr 2018 entschied die FSG am Sauerbrunnen mit 1:0 für sich. Die Rollenverteilung ist nun aber eine andere, wie Bebras Coach anmerkt: „In so einem Spiel sind wir, nach dem vergangenen Wochenende, der Underdog. Für uns ist das nicht verkehrt, dass der Druck eher bei Lütter liegt“, so Leidorf, der mit der Niederlage in Hünfeld haderte: „Es war zu viel Nervosität, das Ding haben wir im Kopf verloren. Aber wenn man es am Ende nicht packt, dann hat man es auch nicht verdient“. Leidorfs junge Truppe müsse mit der Relegation erst einmal umgehen, während mit Lütter ein „gestandener“ Gegner wartet, doch der FSG-Trainer fügt an: „Am Sonntag hat es sich negativ ausgewirkt. Aber das kann genauso positiv sein“.

Lütters Übungsleiter Sascha Bönte freut sich indes tierisch auf das Heimspiel und erwartet einen stimmungsvollen Sauerbrunnen am Mittwochabend: „Nach dem Abstieg muss ich keinen mehr motivieren für diese Spiele. Aber ich werde mir trotzdem etwas einfallen lassen, um die letzten Prozent rauszuholen“, kündigt er an: „Wenn wir zuhause vorlegen könnten, wäre das schon gut. Aber wir wissen auch, dass das am Sonntag kein gutes Spiel von Bebra war. Sie haben immerhin über 100 Tore in der Saison geschossen“, warnt Bönte, das Wochenende als Referenz zu nehmen. Während Lütter aus dem Vollen schöpfen kann, und unter anderem mit Co-Trainer Konstantin Höhl Akteure dabei hat, die schon 2018 gegen Bebra Relegation spielten, muss FSG-Trainer Leidorf auf zahlreiche Spieler verzichten: Zu den Fehlenden gesellen sich nun wohl noch Martin Silbermann, Kirles Isaac und Serhat Kaval, die in Hünfeld angeschlagen aus dem Spiel gingen, sowie Damian Piecha, der im Urlaub weilt. Ziel sei es, für das Rückspiel an der Biberkampfbahn alles offen zu halten: „Wir werden unser Bestes geben“, verspricht Leidorf.