Lokales 09.06.2026

Feuerwehr-Bedarfsplan im Ausschuss auf den Weg gebracht

Eichenzell (pm/gü) – Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Eichenzell hat in seiner Sitzung am Montag den Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr auf den Weg gebracht. Der Plan bildet die Grundlage für die langfristige Weiterentwicklung des Feuerwehrwesens in Eichenzell und soll nach der Sommerpause abschließend in der Gemeindevertretung beraten werden. Mit dem einstimmigen Votum bekenne sich die Gemeinde klar zur weiteren Stärkung der Feuerwehr, ihrer Standorte, Fahrzeuge, Ausrüstung und Einsatzfähigkeit, so die Bürgerliste in einer Pressemitteilung.

Symbolfoto: Paula Nöllenheidt.

Änderungsbedarf gab es unter anderem mit Blick auf die Haushaltshoheit der Gemeindevertretung. Auf Antrag der FDP wurde klargestellt, dass mit dem Bedarfs- und Entwicklungsplan noch keine endgültigen Entscheidungen über konkrete Ausgaben getroffen werden. Die abschließende Entscheidung über Investitionen, Kosten und Haushaltsmittel verbleibt ausdrücklich bei der Gemeindevertretung. Auf Antrag der Bürgerliste wurde außerdem beschlossen, kurzfristig einen Termin mit dem externen Berater der Firma LÜLF+ vor Ort durchzuführen. Dabei sollen insbesondere die Alternativen zu einem Neubau der Feuerwehr Eichenzell am bisherigen Standort beziehungsweise an einem neuen Standort noch einmal fachlich diskutiert werden. Für die Bürgerliste ist wichtig, dass vor einer Entscheidung über ein Projekt dieser Größenordnung nachvollziehbar geprüft wird, welche Varianten bestehen, welche Kosten damit verbunden sind und welche Förder- oder Kooperationsmöglichkeiten genutzt werden können.

Ebenfalls auf Antrag der Bürgerliste wurde in den Beschluss aufgenommen, dass sich die Gemeinde Eichenzell offen dafür zeigt, einen möglichen neuen Standort für die Feuerwehr Eichenzell auch mit Anforderungen des Landkreises Fulda zu verbinden. Damit sollen mögliche Synergien frühzeitig geprüft werden, etwa bei überörtlichen Aufgaben, gemeinsamer Nutzung oder weiteren brandschutztechnischen Anforderungen. Aus Sicht der Bürgerliste macht gerade diese Öffnung einen neuen Standort deutlich wahrscheinlicher – allerdings auf Grundlage einer sachlichen Prüfung und nicht als vorschnelle Festlegung.

„Das ist ein starkes Signal für die langfristige Planung des Feuerwehrwesens in Eichenzell“, erklärt Joachim Weber, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste: „Die einstimmigen Beschlüsse – auch zu den Änderungsanträgen – zeigen, dass die Feuerwehr in der Gemeinde Eichenzell einen hohen Stellenwert hat und wir gemeinsam Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen. Ein neuer Standort für die Feuerwehr Eichenzell und Rothemann wird für mich deutlich wahrscheinlicher, weil die Alternativen nicht wirklich überzeugen, aber das schauen wir uns noch mal gemeinsam mit allen Beteiligten vor Ort an.“

Gleichzeitig weist Weber auf die finanziellen Herausforderungen hin: „Wir sprechen über eine Größenordnung von rund 25 Millionen Euro bis 2030. Allen muss klar sein: Dieses Geld muss irgendwo herkommen. Deshalb müssen jetzt Fördermöglichkeiten, Kooperationen und gemeinsame Lösungen geprüft werden, um die Kosten im Griff zu behalten. Alles, was dabei hilft, muss ernsthaft betrachtet werden. Wir dürfen nicht blind weitere Schulden machen, sondern müssen mit Augenmaß entscheiden.“ Die Bürgerliste betont, dass die Feuerwehr für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger unverzichtbar ist. Gute Ausrüstung, verlässliche Standorte und motivierte Einsatzkräfte seien keine freiwillige Kür, sondern Grundlage einer funktionierenden Gefahrenabwehr. Umso wichtiger sei es, notwendige Investitionen mit einer verantwortungsvollen Finanzplanung, Fördermitteln und möglichen Kooperationen zu verbinden.