Für die Bürgerliste ist dieser Beschluss ein wichtiger Schritt für die Zukunft Eichenzells. „Wir freuen uns sehr, dass alle Fraktionen unserem Antrag zugestimmt haben“, erklärt Joachim Weber, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste: „Das zeigt: Bei der langfristigen Versorgung der Menschen in Eichenzell gibt es einen breiten gemeinsamen Willen.“ In der Beratung sei deutlich geworden, dass die ärztliche Versorgung ein zentraler Baustein sei. Aus Sicht der Bürgerliste darf das Projekt jedoch nicht darauf reduziert werden. Ärztinnen und Ärzte seien ein wichtiger Bestandteil des Konzepts, aber nicht der einzige. Der eigentliche Mehrwert entstehe gerade durch die Verbindung verschiedener Angebote an einem gut erreichbaren Ort.
„Unser Konzept ist deutlich mehr als ein klassisches Ärztehaus“, betont Weber: „Wir wollen ein Zentrum, das die Lebenswirklichkeit der Menschen in Eichenzell aufgreift: medizinische Versorgung, fachärztliche und therapeutische Angebote, Unterstützung für ältere Menschen, Entlastung für pflegende Angehörige und verlässliche Betreuung für Familien. Genau diese Verbindung macht das Projekt so wertvoll.“ Vorgesehen sei ein Standort mit guter Anbindung an Bus, Bahn und Straßennetz. Geprüft werden sollen unter anderem Räume für Arztpraxen, medizinische Dienstleistungen wie Physio- oder Ergotherapie, mögliche fachärztliche Zweigpraxen, eine Seniorentagespflege sowie ein Stützpunkt für bis zu fünf U3-Gruppen in der Kindertagespflege für Tagesmütter mit einem strukturierten Vertretungsmodell.
Weber berichtete in der Sitzung zudem aus der Arbeit der Arbeitsgruppe Ärzte, die sich bereits intensiv mit der medizinischen Versorgung in Eichenzell beschäftigt habe. Dabei sei deutlich geworden, dass gerade die Kombination aus Seniorentagespflege, Kindertagespflege und medizinischen Angeboten auf viel positive Resonanz stoße, weil sie unterschiedliche Lebenssituationen zusammenführe. Davon profitieren Familien, ältere Menschen, pflegende Angehörige sowie Patientinnen und Patienten. Kurze Wege und verlässliche Strukturen könnten im Alltag einen echten Unterschied machen.
Für die Bürgerliste ist entscheidend, dass Eichenzell nicht erst dann reagiert, wenn Versorgungsstrukturen bereits wegbrechen. „Kommunalpolitik muss Probleme erkennen, bevor sie für die Menschen im Alltag spürbar werden“, so Weber: „Genau deshalb haben wir diesen Antrag frühzeitig eingebracht.“ Gleichzeitig setzt die Bürgerliste auf ein wirtschaftlich verantwortbares Vorgehen. Die Gemeinde soll nicht selbst als Bauherr auftreten, sondern die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen, Partner zusammenbringen und Fördermöglichkeiten prüfen. „Dieses Zentrum kann ein echter Meilenstein für Eichenzell werden“, so Weber abschließend: „Es geht um Gesundheit, Familie, Pflege, kurze Wege und Lebensqualität. Wir würden es begrüßen, wenn das Projekt nicht durch eine zu enge Betrachtung einzelner Aspekte zerredet, sondern bis zur Entscheidungsreife konstruktiv begleitet wird. Wir haben das Thema frühzeitig auf den Weg gebracht, werden es weiter konsequent begleiten und freuen uns auf die breit zugesagte Unterstützung.“
