Lokales 29.07.2026

Bürgerliste: NABU Eichenzell argumentiert an der Realität vorbei

Eichenzell (pm/gü) – In der Diskussion um die Mähzyklen für gemeindliche Grünflächen nimmt die Bürgerliste Eichenzell Stellung zu einer Pressemitteilung des NABU Eichenzell.

Joachim Weber. Foto: Bürgerliste Eichenzell.

 

Die Pressemitteilung der Bürgerliste im Wortlaut:

„Die Stellungnahme des NABU Eichenzell zu den geänderten Mähzyklen geht an der tatsächlichen Diskussion in der Gemeindevertretung und in den Ausschüssen vorbei. Wer Beratungen der Gemeindevertretung oder ihrer Ausschüsse öffentlich bewertet, sollte vielleicht zunächst selbst an all diesen Sitzungen teilnehmen und sich ein vollständiges Bild machen.

Artenvielfalt ist wichtig. Die heute in Eichenzell wunderschön anzusehenden Blühwiesen gehen maßgeblich auf Initiativen der Bürgerliste zurück. Eine extensive Pflege findet jedoch dort ihre Grenzen, wo Friedhöfe ihre Würde verlieren oder Spielplätze durch hohes Gras zu bevorzugten Aufenthaltsorten für Zecken werden. Kinder, Eltern und Friedhofsbesucher haben berechtigte Ansprüche, die nicht mit einem pauschalen Hinweis auf den Naturschutz weggewischt werden dürfen.

Naturschutz ist eine ernste Angelegenheit. Die Pressemitteilung des NABU erweist dem Arten- und Naturschutz jedoch einen Bärendienst, weil sich viele Bürger mit ihren berechtigten Sorgen nicht mehr ernst genommen fühlen. ‚Geradezu abenteuerlich ist der Verweis auf den sogenannten Grün-Feucht-Kühl-Index des ECONICS Instituts. Diese bundesweite Untersuchung beschäftigt sich mit Klima, Vegetation und Landschaftsräumen. Daraus eine konkrete Mähanweisung für Eichenzeller Spielplätze und Friedhöfe abzuleiten, ist ungefähr so seriös, wie anhand einer Satellitenaufnahme die Schnitthöhe eines Rasenmähers bestimmen zu wollen‘, sagt Joachim Weber, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste Eichenzell.

Noch fragwürdiger ist, dass der NABU in diesem Zusammenhang plötzlich ein angeblich kostenlos zur Pacht angebotenes Grundstück für einen Grünschnittplatz ins Spiel bringt. Ein solches Angebot ist weder mir als Fraktionsvorsitzendem noch den von mir befragten Mitgliedern des Gemeindevorstands bekannt.

Joachim Weber erklärt dazu: ‚Der Gemeinde wurde bereits zuvor von einer Person, die mit der Vorsitzenden des NABU Eichenzell freundschaftlich verbunden ist, ein Grundstück für einen Grünschnittplatz zum Kauf angeboten. Kaufpreis und Herrichtungskosten würden sich nach unserer Einschätzung auf insgesamt etwa eins bis 1,5 Millionen Euro belaufen. Dieses Angebot hat zu erheblichen Diskussionen in den gemeindlichen Gremien geführt. Bis heute fehlen aus unserer Sicht transparente Informationen zu den Konditionen und zur geplanten Umsetzung.‘

‚Dass das Thema Grünschnittplatz nun ausgerechnet in einer Pressemitteilung zu den Mähzyklen aufgegriffen wird, ist mehr als fragwürdig. Spätestens dadurch stellt sich die Frage, ob hier tatsächlich eine abgestimmte Position des NABU vertreten wird oder ob persönliche Kontakte und private Grundstücksinteressen unter dem Dach eines anerkannten Naturschutzverbandes in die Kommunalpolitik getragen werden‘, so Joachim Weber, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste.

Der NABU darf und soll sich selbstverständlich in öffentliche Diskussionen einbringen. Er muss dabei aber sauber zwischen Naturschutz, persönlichen Kontakten und privaten Grundstücksinteressen unterscheiden. Wer öffentlich Einfluss auf Entscheidungen der Gemeinde nehmen möchte, soll bitte offenlegen, in wessen Auftrag und auf welcher Grundlage er handelt.

Artenvielfalt verdient eine ernsthafte Debatte. Sie verdient aber keine sachfremd herangezogenen Studien, keine Bewertungen von Sitzungen, an denen man selbst nicht teilgenommen hat, und erst recht keine undurchsichtigen Grundstücksinteressen im Beipackzettel einer Pressemitteilung.“