Wie die Pressestelle des Landkreises Fulda auf Anfrage mitteilt, hängt die Entwicklung mit der insgesamt rückläufigen Zahl von Geflüchteten in Hessen zusammen. „Die gesunkenen Ankünfte von Geflüchteten in Hessen haben auch zu einer geringeren Zuweisung von Geflüchteten in den Landkreis Fulda geführt“, heißt es aus der Kreisverwaltung. Ursache seien unter anderem Anpassungen in der Migrationspolitik auf Bundes- und EU-Ebene. Dies wirke sich positiv aus: „Das führt zu einer Entspannung“, so die Pressestelle des Landkreises. Gleichzeitig bleibe die Situation anspruchsvoll, denn „der Aufwand für die Betreuung und Integration geflüchteter Menschen ist nach wie vor sehr hoch und weiterhin eine Herausforderung.“
Die geringere Belegung macht sich konkret bei der Unterbringung bemerkbar. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Einrichtungen aufgegeben oder stehen kurz vor der Schließung. Bereits geschlossen sind die Unterkünfte in der Kohlhäuser Straße in Fulda (zum 31. August 2025), die Unterkunft in Hofbieber-Mahlerts (31. Oktober) sowie die Containeranlage in Rommerz (15. November). Zum Jahresende folgten das Jugendgästehaus in Hünfeld sowie die Unterkunft in Seiferts. Die Einrichtung in Lütter schließt am 31. Januar.
Am Standort Seiferts zeigt sich exemplarisch, wie unterschiedlich die Situation der Bewohnerinnen und Bewohner ist. Dort lebten zuletzt 48 Asylbewerber. Ein Großteil von ihnen ist bereits als schutzberechtigt anerkannt und damit nicht mehr verpflichtet, in einer Gemeinschaftsunterkunft zu verbleiben. Für diese Personen konnten Lösungen im regulären Wohnungsmarkt gefunden werden, teilweise direkt in den bisherigen Wohnungen. Andere Bewohner wurden auf Unterkünfte im Kreisgebiet verteilt. Nach Angaben des Landkreises wird bei solchen Verlegungen darauf geachtet, „mit der Sozialbetreuung sozialverträgliche Lösungen“ zu finden, da Gemeinschaftsunterkünfte grundsätzlich nur der vorübergehenden Unterbringung dienten.
Insgesamt sind aktuell in 32 Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Fulda noch 1.671 Plätze belegt. Zum Vergleich: Ende 2024 waren es noch 1.944 Personen in 40 Unterkünften. Damit ist nicht nur die Zahl der untergebrachten Menschen gesunken, sondern auch die Anzahl der benötigten Gebäude.
Was mit den nun frei werdenden Immobilien geschieht, liege nicht in der Entscheidungshoheit des Landkreises, so die Pressestelle. Die Unterkünfte seien angemietet, sodass über eine künftige Nutzung ausschließlich die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer entscheiden können.
