Lokales 21.01.2026

Feuerwehren Eichenzell und Rothemann müssen umziehen

Eichenzell (gü) – Eichenzell und voraussichtlich auch Rothemann brauchen neue Feuerwehrhäuser. Der Technische Prüfdienst Hessen, der alle fünf Jahre die Feuerwehren in Hessen im Auftrag des Landes und der Unfallkasse unter anderem mit Blick auf Gebäude und Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge begutachtet, hat Mängel festgestellt – in verschiedenen Bereichen fehlt einfach Platz, sodass heutige Sicherheitsstandards nicht eingehalten werden können. Im Bestand kann dies aufgrund der Lage und der örtlichen Begebenheiten nicht behoben werden.

Foto: Christine Görlich.

„Ziel der Überprüfung ist es, alle sicherheitsrelevanten Mängel aufzuzeigen, sodass die Feuerwehrangehörigen im Dienst nicht zu Schaden kommen und die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr sichergestellt ist“, erklärt Eichenzells Bürgermeister Johannes Rothmund. Werden Mängel festgestellt, sei die Gemeinde für deren Beseitigung verantwortlich. In manchen Fällen gelinge dies mit verhältnismäßig geringem Aufwand oder durch organisatorische Maßnahmen, in anderen Fällen – wie aktuell in Eichenzell und wahrscheinlich auch Rothemann – bedürfe es baulicher Veränderungen. Diese seien in Eichenzell jedoch am derzeitigen Standort nicht umsetzbar, denn das Platzangebot am derzeitigen Standort im Ortskern direkt neben der Kulturscheune ist begrenzt und das Gebäude ist zudem denkmalgeschützt.

Der Technische Prüfdienst hat diverse Dinge festgestellt, die heute nicht mehr den Standards entsprechen. „Insbesondere sind in diesem Zusammenhang unter anderem die nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehenden Parkplätze für die Einsatzkräfte, nicht vorhandene Lagerflächen, unzureichende Größe der vorhandenen Umkleideräume (fehlende Schwarz-Weiß-Trennung) und fehlende geschlechtergetrennte Toiletten zu nennen“, listet Rothmund auf: „Neben den sicherheitsrelevanten Mängeln besteht zudem weiterer Handlungsbedarf, da die aktuelle Raumsituation auch dazu führt, dass kein den aktuellen Anforderungen an die Arbeitssicherheit entsprechender Arbeitsplatz für die Gerätewarte zur Verfügung steht und auch die Räumlichkeiten der Jugendfeuerwehr nicht den Anforderungen entsprechen.“

Da eine Behebung vor Ort nach derzeitiger Bewertung der Sachlage nicht realisierbar ist, setzt sich die Gemeinde mit dem Thema Neubau auseinander und hat dafür im Haushaltsentwurf für 2026 bereits 500.000 Euro für den Erwerb eines Grundstücks eingestellt. „An einen Standort für ein Feuerwehrhaus werden aufgrund einer Vielzahl von Vorschriften, Gesetzen und Regelung hohe Anforderungen gestellt, daher muss dieser mit entsprechender Sorgfalt und Weitsicht gewählt werden“, sagt Rothmund. Um einen den geltenden Vorgaben entsprechenden Neubau realisieren zu können, werde unter anderem eine ausreichend große Fläche benötigt. Wie groß genau, könne derzeit noch nicht beziffert werden. „Ein zukünftiger Standort muss zudem auch Erweiterungsmöglichkeiten bieten, um auch nach 25 Jahren noch handlungsfähig bleiben und somit einen langfristigen Standort für die nächsten Jahrzehnte sichern zu können“, ergänzt Rothmund: „Weiterhin soll der Standort für die Einsatzkräfte möglichst schnell und sicher zu erreichen sein und eine Lage mit einer guten Verkehrsanbindung gewählt werden, um ein möglichst großes Gebiet innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist von zehn Minuten abdecken zu können.“ Bevor in die weitere Planung eingestiegen werden könne, müsse zunächst ein geeigneter Standort gefunden werden und die endgültigen Entscheidungen treffen die politischen Gremien. Ein Zeitraum für das Projekt könne deshalb noch ebenso wenig benannt werden wie die Kosten.

 

Auch in anderen Ortsteilen Handlungsbedarf

Nicht nur in Eichenzell, auch in anderen Ortsteilen wurden Mängel mit Handlungsbedarf festgestellt. „Zu einem Großteil können diese mit einem verhältnismäßig geringen baulichen Aufwand oder durch organisatorische Maßnahmen beseitigt werden“, berichtet Rothmund und erläutert: „So muss beispielsweise aufgrund geltender Vorschriften jedes Feuerwehrhaus mit einer Notstromeinspeisung ausgerüstet sein, dies soll in den kommenden Jahren sukzessive umgesetzt werden.“ In Rothemann ist die Sachlage etwas anders, dort bestehen ähnliche Mängel wie in Eichenzell. „Demnach wird nach aktueller Bewertung voraussichtlich auch dort ein Neubau an einer anderen Stelle zu gegebener Zeit erforderlich“, so der Bürgermeister.