Lokales 22.02.2026

Hutzelfeuer am Türmchen – Eichenzeller vertreiben den Winter

Eichenzell (gü) – Die Osthessen vertreiben am Wochenende nach Aschermittwoch traditionell den Winter mit Hutzelfeuern. In Eichenzell war es bereits am Samstag wieder soweit. Auch bei Regen fanden sich viele Besucher auf dem Parkplatz nahe des Türmchens ein.

Fotos: Christine Görlich

Ehe der große Holzhaufen entzündet wurde, waren Jung und Alt gemeinsam mit Fackeln vom Parkplatz in der Dalbergstraße zum Hutzelfeuerplatz gezogen. Dort begrüßte sie Benjamin Günder vom Eichenzeller Rhönklub: „Schön, dass ihr alle den Weg hier hoch gefunden habt. Wenn man sich umschaut, wird klar: Hier brennt nicht nur ein Haufen. Hier brennt man für die Tradition“.

Er begrüßte auch Bürgermeister Johannes Rothmund, Ortsvorsteher Dirk Fischer und den Rhönklub-Ehrenvorsitzenden Bernd Günder.

Die Tradition hinter den Hutzelfeuern stellte er auch nochmal heraus: „Wir pflegen als Verein diesen Brauch schon seit Generationen. Der Winter ist zäh – er geht nicht freiwillig. Man muss ihn höflichst mit Hitze und Rauch zur Tür hinausbegleiten“, schmunzelte er und zitierte einen Spruch von früher: „Je höher das Feuer, desto reicher der Segen“.

Dank eines großzügigen Spenders und der Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Niklas Rudolf entstand wieder ein großer Haufen, die Nachwuchsfeuerwehrkräfte hätten „mit großer Begeisterung“ die „vertrockneten Überreste von Weihnachten“ gesammelt, lachte Günder: „Sonst hätten wir hier nur ein paar Teelichter oder Wunderkerzen zum Anzünden“. Der Dank galt auch Angelika Jestädt als „Organisationstalent“ hinter dem Hutzelwochenende, Sebastian Wess von Wende Erdbau für das Helfen beim Aufschichten, allen Helfern an Grills und Getränkestationen und dem Helferteam um die Turmwärter Bernd Gutberlet und Thomas Hartung.

Bürgermeister Rothmund freute sich ebenfalls über die Tradition und die Besucher, die gekommen waren. Er dankte Feuerwehr und Rhönklub und hoffte, „der Winter hält sich auch daran“. Auch Ortsvorsteher Fischer sagte treffend – und optimistisch: „Danke, dass ab morgen die Sonne kommt“.

Dann wurde der hoch aufgeschichtete Haufen, der überwiegend aus Weihnachtsbäumen und Grünschnitt bestand, angezündet. Zwar begann es „pünktlich“ zu regnen, doch die Menschen standen um das warme Feuer herum und ließen sich nicht aus der Stimmung bringen: Alle schauten auf die Flammen und genossen den Abend. Mit Getränken und Bratwürstchen war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Organisiert worden war das Feuer wieder vom Rhönklub Zweigverein Eichenzell.