Sport 19.02.2026

„Dabei sein ist alles“ – Konstantin Füller erlebt Olympia hautnah

Cortina (pk) – Wenn Sport-Fans die Wettkämpfe im Fernsehen verfolgen, sorgt er im Hintergrund dafür, dass Bilder und Geschichten ihren Weg in die Öffentlichkeit finden: Für Konstantin Füller aus Eichenzell sind die Olympischen Spiele weit mehr als nur ein sportliches Großereignis. Sie sind Arbeitsplatz und Ausnahmezustand zugleich.

Fotos: Privat.

Der heute 27-Jährige schnupperte früher bei Osthessen-Zeitung in den Bereich des Journalismus rein, studierte anschließend Sport- und Medienmanagement im Master und absolvierte 2019 ein Praktikum beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Heute arbeitet er für die Deutsche Sportmarketing GmbH, eine Schwestergesellschaft des DOSB, die für Vermarktung und mediale Aktivitäten rund um „Team Deutschland“ zuständig ist.

Mittendrin statt nur dabei

Bei den Olympischen Spielen ist Füller als Digital Content Media Manager für das deutsche Team zuständig und wird bis 25. Februar im Winterskiort Cortina d’Ampezzo eingesetzt. Seine Aufgaben: Fotografen koordinieren, Trends erkennen, sportliche Ereignisse so schnell wie möglich aufarbeiten und über die Social-Media-Kanäle wie YouTube, Instagram, Facebook oder auch den hauseigenen Podcast veröffentlichen. „Olympia ist mit Abstand das Wichtigste für die Sportler – und das merkt man auch“, so der Content Manager über die Wichtigkeit des Großereignisses.

Schnelle Abläufe rund um Medaillen

Gewinnt ein deutsches Teammitglied Edelmettal, dann muss es für Füller und sein Team ganz schnell gehen. Ziel ist es, die Medaillengewinner so schnell wie möglich über Fotos, Interviews und Fernsehschalten verfügbar zu machen. „Manchmal ist es wirklich schade, dass man sich kaum über die Erfolge freuen kann – denn dann beginnt unsere Arbeit erst richtig“, erklärte der Osthesse. Der Tag beginnt meist mit Pressekonferenzen um 10 Uhr mit den erfolgreichen Sportlern vom Vortag. Mittags dreht sich alles um Content-Veröffentlichungen der aktuellen sportlichen Ereignisse, ehe die Medaillenfeiern erst abends stattfinden. Clips der Feierlichkeiten werden meist direkt gesichert und verarbeitet, sodass sie noch am selben Abend veröffentlicht werden können.

Deutsches Haus dient als Feierlocation

Ein zentraler Anlaufpunkt ist das „Deutsche Haus“. Anders als häufig angenommen, handelt es sich dabei nicht um ein Hotel. Es wird vorwiegend für Feierlichkeiten, Empfänge und offizielle Veranstaltungen genutzt. Hierfür wurde ein Golfresort zum deutschen Haus umfunktioniert. Auf dem Parkplatz entstand zudem eine Fanzone, die an einen Rummel erinnert. „Es gibt Essenstände und auch kleine sportliche Disziplinen wie Parabiathlon oder ein Eishockeytor, auf das man schießen kann.“

Platzmangel in Cortina

Untergebracht ist das Team hinter den Sportlern in einem Hotel, während im Olympischen Dorf ausschließlich Athleten und Funktionäre wohnen. Die Planung der Unterkunft gestaltete sich im Vorfeld nicht ganz einfach. „Es gab zunächst Schwierigkeiten, alle Nationen hier unterzukriegen, da Cortina kein großes Wintersportgebiet ist. Im Endeffekt hat es aber gut funktioniert.“ Mit Blick auf das Ende der Olympischen Spiele ergänzt Füller: „Nach der Abschlussfeier wird das Dorf recht schnell wieder leer sein, wir kommen für die Paralympics aber wieder.“ Die Winter-Paralympics starten am 6. März und finden ebenfalls in Mailand und Cortina statt.

Auf die Frage, was sein bisheriges Highlight gewesen sei, sagt er: „Das erste Mal bei Olympia dabei zu sein, ist ein Highlight für sich. – klar: Denn der olympische Gedanken „Dabei sein ist alles“ gilt nicht nur für die Sportler selbst.