Kant wurde 1916 geboren, machte 1934 sein Abitur in Danzig und begann ein Studium der Philosophie und Theologie in Freiburg im Breisgau. 1943 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, an die Ostfront verlegt und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Heimkehr 1948 setzte er sein Studium in Fulda fort und wurde am 23. Juli 1950 von Bischof Johann Baptist Dietz zum Priester geweiht. Sein Wirken als Seelsorger begann als Kaplan in Blankenau und führte ihn nach Schwarzbach und Kassel, bevor er 1960 Pfarrer in Marbach wurde – eine Gemeinde, die er 30 Jahre leitete und die ihm zu einer zweiten Heimat wurde. Auch nach seinem Ruhestand 1991 übernahm Kant weiterhin Seelsorge in seinem neuen Wohnort Löschenrod, wo er noch mit 100 Jahren Messen zelebrierte. „Weil mir der Kontakt zu Menschen immer wichtig war“, sagte er bei einem Gespräch mit Osthessen-Zeitung anlässlich seines 109. Geburtstags zu seinem Engagement im hohen Alter. Die Lebensgeschichte von Bruno Kant ist geprägt von Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen. Während seiner Zeit in Marbach war er stellvertretender Dechant, Dechant und Dekanatspräses des Cäcilienverbandes.
Alt zu werden scheint in der Familie zu liegen. „Seine sieben Geschwister, außer einer Schwester, sind alle über 100 Jahre alt geworden. Das ist wohl genetisch“, berichtete Bruno Kants Nichte Beate Kant im vergangenen Jahr. 2025 wurde Bruno Kant mit 109 Jahren und 246 Tagen als ältester lebender deutscher Mann bekannt – sein Vorgänger mit diesem Titel war im Alter von 110 Jahren gestorben.
