Lokales 26.02.2026

5000 Euro für den guten Zweck: Benefizturnier setzt starkes Zeichen

Eichenzell – Von Janosch Hensel – Sportlich wurde bei den Eichenzeller Gemeindemeisterschaften Anfang Januar um Tore gekämpft – doch im Mittelpunkt stand einmal mehr die Solidarität. In diesem Jahr kamen beim Benefizturnier stolze 5000 Euro an Spenden zusammen. Am Donnerstagabend erfolgte schließlich die Scheckübergabe im Kultursaal des Eichenzeller Schlösschens. Jeweils die Hälfte der Summe geht an den Förderverein Känguruh e.V. sowie an den Verein für krebskanke Kinder e.V. aus Kassel.

Foto: Janosch Hensel

Rund 500 Zuschauer hatten Anfang Januar für eine prall gefüllte Halle und beste Stimmung gesorgt. Organisiert wird das Traditionsturnier seit Jahren von Claus Heiner und seinem Team. Für ihn ist klar, worum es wirklich geht: „Das sportliche Ergebnis steht nicht im Vordergrund – Gott sei Dank guckt da keiner so genau drauf“, schmunzelte Heiner. Viel wichtiger sei das, was am Ende dabei herauskomme. „Die Halle war richtig voll, die Einnahmen waren gut. Die Sponsoren unterstützen uns großzügig, die Gemeinde gibt jedes Jahr 500 Euro dazu, wir spenden die kompletten Preisgelder und sammeln auch direkt vor Ort“, erklärte Heiner. Allein in der Halle seien rund 450 Euro zusammengekommen, dazu 1300 Euro von angeschriebenen Firmen. Auch die teilnehmenden Vereine hätten „nochmal in die Kriegskasse gegriffen und einen kleinen Obolus dazu gesteuert“. So stand am Ende die Rekordsumme von 5000 Euro. „Das ist ein richtig gutes Ergebnis“, betonte Heiner. Insgesamt seien seit Beginn der Spendenaktion nun 18.500 Euro zusammengekommen – „im nächsten Jahr reißen wir auf jeden Fall die 20.000-Euro-Marke“.

Zwei Organisationen, die helfen, wenn es am schwersten ist

Jeweils 2500 Euro gingen an den Verein Känguruh sowie an den Verein für krebskanke Kinder e.V.. „Wir haben uns bewusst für Organisationen entschieden, die mit Kindern zu tun haben“, sagte Heiner. Känguruh wurde bereits 2023 unterstützt, in diesem Jahr nun wieder. „Die machen richtig gute Sachen“, betonte Heiner. Zudem gebe es einen persönlichen Bezug durch Olli Rehberger zur Kinderonkologie in Kassel. „Wir wissen, dass das Geld ohne Verwaltungskosten genau da ankommt, wo es gebraucht wird“ erklärt Heiner.

Für den Verein Känguruh nahm Jens Roth den Scheck entgegen – und schilderte eindrucksvoll, wofür die Spenden eingesetzt werden. „Wir freuen uns sehr, dass wir nach zwei Jahren Pause wieder ausgewählt wurden“, sagte Roth. Der Förderverein unterstütze unter anderem Musiktherapeutinnen, die Eltern und Kindern mit sanften Klängen in einer Elternlounge Momente der Ruhe schenken. Zudem seien gerade erst 40 neue Holzbetten angeschafft worden, damit Eltern besser bei ihren Kindern übernachten können. Besonders bewegend wurde es, als Roth von den Frühchenstationen berichtete: „Mittlerweile sprechen wir von Kindern mit 275 Gramm. Wenn man eine Flasche Wasser in der Hand hält, hat man schon fast das Gewicht eines solchen Kindes.“ Dank moderner Technik und viel Engagement hätten diese Kinder heute gute Chancen – auch durch Spendengelder. „Vielen lieben Dank für diese Unterstützung“, sagte Roth sichtlich bewegt.

Hilfe über die Klinik hinaus

Für den Verein für krebskanke Kinder e.V. nahm Oliver Rehberger den Scheck entgegen. Er dankte im Namen des Vereins – und ganz persönlich. „Wir sind als Familie ja selbst betroffen“, sagte Rehberger. Das Geld fließe unter anderem in Familienfreizeiten, etwa auf Sylt. „Dort haben die Familien einen Platz, an dem sie wieder ein Stück normales Leben führen können“, erklärte Rehberger. Viele Kinder seien wochen- oder monatelang im Klinikzimmer, an Kabel angeschlossen, bekämen Chemotherapie. „Da sind solche Auszeiten unglaublich wichtig.“ Auch Spielsachen, Lego oder Clownsprojekte würden unterstützt. „Ich habe selbst erlebt, dass man dort bestens aufgehoben ist. Das sind wirklich tolle Menschen“, sagte Rehberger. „Vielen herzlichen Dank – auch an die Gemeinde.“

Mehr als nur ein Turnier

Bürgermeister Johannes Rothmund, Schirmherr des Benefizturniers, lobte die Veranstaltung als gelungenen Jahresauftakt für die Vereine. „Man sieht sich sonst übers Jahr verteilt eher selten alle zusammen“, sagte er. „Es ist eine schöne Atmosphäre in der Halle – und wenn dann noch etwas für die gute Sache herauskommt, umso besser.“ Vor vier Jahren sei bewusst der Schritt gegangen worden, die Preisgelder zu spenden. „Dass wir jetzt schon bei über 18.000 Euro liegen, zeigt, was möglich ist“, betonte Rothmund.