Nach Darstellung der CDU war die Fläche für deutlich mehr als die reine Lagerung von Grünschnitt vorgesehen. Auch Aushubmaterial aus Grabenreinigungen, Abfälle aus Kehrmaschinen, Mutterboden oder Material aus Straßenbaumaßnahmen sollten dort zwischengelagert werden können. Dafür nutzt die Gemeinde bislang Flächen am Festplatz in Eichenzell und am Tannenhof. Aufgrund gestiegener umweltrechtlicher und anderer Anforderungen sei allerdings absehbar, dass diese Flächen künftig nicht mehr für alle Zwecke genutzt werden könnten.
Bei dem vorgesehenen Grundstück handelt es sich laut CDU um eine im Flächennutzungsplan als Gewerbefläche ausgewiesene Fläche, die zwischen zwei bereits ähnlich genutzten Grundstücken liegt. Deshalb habe die Gemeinde gute Voraussetzungen für eine entsprechende Genehmigung gesehen. Zudem habe sich die Eigentümerin nach jahrelangen Bemühungen zum Verkauf bereit erklärt. Die CDU spricht von einem Kaufpreis, der deutlich unter dem Marktwert liege. Nach dem Erwerb hätte zunächst die konkrete Planung des Platzes erfolgen können, um anschließend den tatsächlichen Flächenbedarf und die Herstellungskosten zu ermitteln.
Genau darin sieht die Bürgerliste einen wesentlichen Kritikpunkt. Nach ihren Angaben sollte die Gemeinde rund 6038 Quadratmeter für 45 Euro je Quadratmeter sowie weitere 561 Quadratmeter Wegefläche für 15 Euro je Quadratmeter erwerben. Der Grundstückskauf hätte damit laut Beschlussvorlage rund 280.000 Euro gekostet. Ein notarieller Vertrag sei bereits unterzeichnet worden und hätte nachträglich von der Gemeindevertretung genehmigt werden sollen.
Die Bürgerliste kritisiert allerdings, dass vor der Entscheidung keine belastbare Gesamtkostenberechnung für das Projekt vorgelegen habe. Neben dem Grundstück seien weitere Ausgaben für Planung, Genehmigung, Erschließung, technische Herstellung und den späteren Betrieb zu erwarten. Auch ein konkretes Nutzungs- und Betriebskonzept habe noch gefehlt. Die Fraktion spricht deshalb von erheblichen Investitions- und Folgekosten.
Auch die Einschätzung der CDU zum Grundstückspreis weist die Bürgerliste zurück. Die Verwaltung habe den Wert der Fläche nach Angaben der Fraktion noch 2024 mit 2,60 Euro je Quadratmeter angegeben. Dem stünden nun 45 Euro je Quadratmeter für den vorgesehenen Kauf gegenüber. Die Bürgerliste hält deshalb einen Vergleich mit möglichen Alternativen für notwendig.
Die CDU wiederum sieht in der Ablehnung Nachteile für die Gemeinde. Solange keine andere Möglichkeit für einen solchen Lagerplatz gefunden sei, müsse Grünschnitt voraussichtlich direkt zur Grünabfallkompostierungsanlage auf den Finkenberg in Großenlüder gebracht werden. Für weitere Aushübe und Abfälle müssten gegebenenfalls regionale Entsorgungsunternehmen beauftragt werden. Die dadurch entstehenden Kosten seien aus Sicht der CDU sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich die schlechtere Lösung.
Die Bürgerliste will dagegen zunächst prüfen lassen, ob Eichenzell gemeinsam mit anderen Kommunen eine entsprechende Infrastruktur nutzen oder betreiben könnte. Einen entsprechenden Antrag für die kommende Sitzung hat die Fraktion nach eigenen Angaben bereits gestellt. Der Gemeindevorstand soll Gespräche mit anderen Kommunen im Landkreis Fulda aufnehmen und mögliche interkommunale Lösungen prüfen.
Damit stehen sich zwei unterschiedliche Ansätze gegenüber: Die CDU hält den Grundstückskauf angesichts der künftig wegfallenden Nutzungsmöglichkeiten bestehender Flächen für sinnvoll und sieht Vorteile in einem günstigen Ankauf. Die Bürgerliste will zunächst den tatsächlichen Bedarf, die Gesamtkosten und mögliche Alternativen klären, bevor sich die Gemeinde langfristig finanziell bindet.
