Ein zentraler Punkt betraf die Sicherheit und Rettungsinfrastruktur der Region. So beriet das Gremium über einen Antrag der FDP-Fraktion zur Erstellung eines Flächenkatasters für Rettungshubschrauber, um im Notfall eine schnellere und besser koordinierte Luftrettung zu gewährleisten. Jonas Jestädt begründete den Antrag damit, dass ein Rettungshubschrauber kürzlich mehrere Minuten über Löschenrod kreiste, um einen Landeplatz zu suchen: „Es geht um eine Dokumentation öffentlicher und privater Freiflächen in den Ortschaften. Durch die städtebaulich sinnvolle Innenverdichtung der Ortskerne werden diese immer weniger. Der Antrag kostet uns nichts und das zu erstellende Kataster soll unterstützenden Charakter für die Rettungskräfte haben.“ Unterstützung erhielt er von Joachim Weber (Bürgerliste), der den Antrag „prinzipiell super“ fand, falls wirklich keine Kosten entstehen. Dem stimmten auch Andreas Maraun (SPD) sowie Viktor Baumann (CDU) zu, der die Absicht dahinter „prinzipiell gut“ fand. Allerdings bezweifelte Baumann, ob das Kataster am Ende „etwas bringt“. Die Erfassung und Aktualisierung der Daten bei sich laufend ändernden Freiflächen würde letztlich das Personal der Gemeinde beschäftigen und Kosten verursachen: „Entscheiden muss letztendlich immer der Pilot. Wir sehen den Nutzen nicht und werden nicht zustimmen.“
Auch Bürgermeister Johannes Rothmund wies auf den relativ hohen Zeitaufwand für die Mitarbeiter der Bauabteilung hin, die Daten in allen neun Ortsteilen zu erfassen und aktuell zu halten: „Sie müssen dann entscheiden, ob die Bauleitplanung wichtiger ist oder die Prüfung der Landeplätze.“ Gegen die Stimmen der CDU stimmte die Mehrheit dem Antrag schließlich zu.
Direkt im Anschluss stand der Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr auf dem Programm, welcher die materielle und personelle Aufstellung der Einsatzkräfte für die kommenden Jahre regelt. Insbesondere der darin vorgesehene Neubau für die Feuerwehr im Kernort sorgte für rege Diskussionen. Bürgermeister Rothmund wies gleich zu Beginn darauf hin, dass die Fläche am augenblicklichen Standort höchstens halb so groß ist, wie sie benötigt würde. Bedenken hatte Joachim Weber, der auf die insgesamt im Plan vorgesehenen Investitionen von 21,9 Millionen Euro hinwies, von denen allein 15 Millionen Euro auf dieses Feuerwehrhaus entfallen: „Natürlich ist das Feuerwehrwesen unstrittig und eine leistungsfähige Feuerwehr wichtig. Wenn ich aber über 15 Millionen Euro entscheide, will ich vom Gemeindevorstand ein schlüssiges Gesamtkonzept haben.“ Jeder habe begriffen, dass die Kosten im Blick behalten werden müssten. Julian Rudolf (CDU) verwies darauf, dass den Eichenzeller Feuerwehren gute Leistungen attestiert werden. Im 160 Seiten starken Bedarfsplan stünde neben dem Feuerwehrhaus in Eichenzell auch das in Rothemann auf „rot“. Zum Antrag der Bürgerliste meinte er, ein Konzept sei sowieso Teil des Planungsprozesses. Auch würde mit dem Beschluss noch keineswegs über die endgültige Ausgabe der 15 Millionen Euro entschieden – die Freigabe der Mittel müsse die Gemeindevertretung später separat beschließen. Markus Roth (CDU) begrüßte es angesichts der Bedenken von Bürgerliste und SPD, dass der Plan durch ein externes Büro erstellt wurde. Auch seine Fraktion werde die genannten Millionen „mit Bedacht ausgeben“. Bürgermeister Rothmund bat um einen Beschluss noch in der Sitzung, da bis spätestens Ende August Förderanträge, darunter für ein neues Fahrzeug in Welkers, gestellt werden müssten. Beim Bau in Eichenzell gehe es um die Hauptfeuerwehr der Gemeinde. Allein in der Nacht vor der Sitzung hatte sie, wie der ebenfalls anwesende Gemeindebrandinspektor Torsten Gröger bestätigte, 14 Einsätze. Letztendlich stimmte die Gemeindevertretung dem Plan einstimmig zu.
Der weitere Verlauf der Sitzung nach bis dahin weniger als zwei Stunden stellte die zahlreichen Besucher vor eine Geduldsprobe. Es ging in drei darauffolgenden Tagesordnungspunkten um Grundstückskäufe. Neben landwirtschaftlichen Flächen ging es um ein Areal für einen gemeindlichen Grünschnittplatz sowie um weitere Infrastrukturflächen. In der folgenden Zeit, die weit mehr als eine Stunde in Anspruch nahm, verließen die Zuschauer nacheinander den Vorraum des Sitzungssaals – nicht ohne nur halb im Scherz anzumerken, dass dort angesichts der langen Wartezeit dringend Sitzgelegenheiten angebracht werden sollten.
