Eichenzell erwischte den besseren Start und ging durch Sardi Bardhushi per Foulelfmeter in Führung (24.). Fliedens Trainer Christian Kreß sprach im Anschluss von einem „Geschenk“ – aus seiner Sicht sei der Ball zuvor klar im Aus gewesen. Seine Mannschaft brauchte danach etwas Zeit, fand aber noch vor der Pause zurück ins Spiel: Leandro Müller erzielte den 1:1-Ausgleich (41.).
Nach dem Seitenwechsel drehte Flieden die Partie zunächst. Jonas Hilgenberg verwandelte einen Handelfmeter zur 2:1-Führung (52.). Doch auch diese hielt nicht lange: Eichenzell zeigte Moral und kam durch Eric Fröhlich nach einer Ecke zum 2:2-Ausgleich (77.).
„Im Grunde wie ein Derby sein muss“, sagte Eichenzells Trainer Heiko Rützel. Seine Mannschaft habe eine „überragende erste halbe Stunde“ gespielt und sei klar die bessere Mannschaft gewesen. „Wir waren sehr dominant und haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, so Rützel weiter. Erst die verletzungsbedingten Wechsel nach rund einer halben Stunde hätten das Spiel aus dem Rhythmus gebracht: „Da war dann viel Unruhe drin, danach haben wir den Faden verloren.“
Flieden fand nach dem Rückstand besser ins Spiel und konnte sich zunehmend befreien. Kreß lobte die Reaktion seines Teams: „Wir sind gut zurückgekommen und haben dann auch verdient geführt.“ Gleichzeitig schaute der Coach kritisch auf die Gegentreffer: „Die Gegentore sind einfach bitter, das darf so nicht passieren.“
Auch Eichenzell-Coach Rützel zeigte sich trotz verpasstem Sieg nicht unzufrieden: „Am Ende ist es ein gerechtes Ergebnis in einem offenen Spiel.“ Besonders die personellen Probleme nach den Verletzungen seien ein Knackpunkt gewesen: „Das hat uns schon wehgetan.“
In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Eichenzell hatte dabei die große Möglichkeit auf den Sieg, während Flieden mit etwas Glück das Remis über die Zeit brachte. „Hinten raus hatten wir auch ein bisschen Glück“, gab Kreß ehrlich zu.
Auch zur Atmosphäre äußerten sich beide Trainer positiv. Kreß sprach von einem „super Derby vor toller Kulisse“, das genau die erwartete Intensität gehabt habe: „Viele Zweikämpfe am Limit, genau so stellst du dir so ein Spiel vor.“ Rützel ergänzte: „Die Stimmung war richtig gut, so ein Derby mit dieser Kulisse macht einfach Spaß – genau dafür spielt man Fußball.“
Am Ende blieb es beim leistungsgerechten 2:2 in einem Derby, das alles bot: Intensität, Emotionen, viele Zweikämpfe und zwei Teams, die sich über 90 Minuten nichts schenkten.
Flieden: Wess; Schöppner, Best, Hilgenberg, Zenuni, Barth, Friedrich, Larbig, Alles, Müller (66, Vogt), Jasching (69, Sippel)
Eichenzell: Grösch; Nitz, Dugan, Pfeiffer, Heil, Götze (60, Röhrig), Jäckel (41, Ludwig), Fröhlich, Bardhushi, Sang (34, Sawatzky), Mulaj (86, Milenkovski)
Schiedsrichter: Elias Appel (Kiebitzgrund)
Tore: 0:1 Sardi Bardhushi (24, Foulelfmeter), 1:1 Leandro Müller (41.), 2:1 Jonas Hilgenberg (52, Handelfmeter), 2:2 Eric Fröhlich (77.)
Zuschauer: 600.
