Die Rollen scheinen auf den ersten Blick klar verteilt, doch so eindeutig ist die Ausgangslage keineswegs: Löschenrod gehört aktuell zu den formstärksten Teams der Liga, während die TSG zuletzt ins Straucheln geraten ist. Zwei schwächere Auftritte in Folge (0:0 in Hosenfeld und 0:1 gegen Rothemann) haben Spuren hinterlassen – doch genau darin sieht Lütters Trainer Sascha Bönte auch eine Chance: „Wir haben die letzten zwei Wochen einfach schlecht gespielt. Das muss wieder besser werden“, stellt Bönte offen klar. Die Trainingswoche habe sein Team jedoch genutzt, um an den entscheidenden Stellschrauben zu drehen: „Wir haben gut trainiert und hoffen, dass wir wieder auf unseren Weg zurückfinden.“
Offensive stockt – Defensive als Fundament
Ein zentrales Problem sieht der Coach aktuell in der Chancenverwertung: „Die Durchschlagskraft nach vorne muss wieder besser werden. Wir sind eigentlich in der Lage, in jedem Spiel fünf oder sechs Tore zu schießen – momentan kriegen wir das nicht hin.“ Dabei baut Bönte vor allem auf die defensive Stabilität seiner Mannschaft: „Das ist die Basis. Nach der Winterpause haben wir erst ein Gegentor bekommen.“ Ein Wert, der Mut macht – und gleichzeitig die Marschroute vorgibt: Hinten sicher stehen, vorne effizienter werden. Ausreden lässt der Trainer nicht gelten: „Der Kader ist keine. Bei den Jungs, die ich habe, ist es egal, wer spielt. Wir können jeden Gegner schlagen – das liegt nur an uns.“ Entsprechend klar formuliert er auch das Saisonziel: „Wir wollen unter den ersten zwei bleiben – und dafür brauchen wir die drei Punkte.“
Löschenrod mit Serie und Selbstvertrauen
Auf der anderen Seite geht die SG Löschenrod mit Rückenwind in das Heim-Derby, das vor wenigen Wochen schon terminiert war, aber abgesagt werden musste. Trainer Alexander Lembcke sieht sein Team nach den vergangenen Wochen in einer hervorragenden Verfassung: „Das war eine super Serie zum richtigen Zeitpunkt. Die war extrem wichtig für uns.“ Das gewonnene Selbstvertrauen ist deutlich spürbar: „Wir kommen mit breiter Brust daher.“ Gerade die besondere Atmosphäre eines Gemeindederbys sorgt für zusätzliche Motivation: „Bei solchen Highlights ist die Motivation nochmal höher. Das ist ein geiles Spiel, bei dem du frei rausspielen kannst.“
Auch sportlich ist die Marschroute klar: „Wir wollen weiter punkten und die Serie fortsetzen.“ Dabei setzt Lembcke auf eine einfache, aber bewährte Regel: „Wenn es hinten gut läuft, schießen wir vorne immer irgendwie eins.“ Genau daran habe seine Mannschaft gearbeitet – und genau das soll auch am Ostermontag der Schlüssel zum Erfolg sein. Personell kann Löschenrod nahezu aus dem Vollen schöpfen: „Alle sind heiß. Das wird keine Ausrede sein.“
Die Voraussetzungen könnten kaum spannender sein: Ein formstarker Gastgeber trifft auf einen ambitionierten Aufstiegskandidaten, der zurück in die Spur will. Beide Teams bringen die nötige Qualität und Motivation mit – beste Bedingungen also für ein emotionales Gemeindederby. Anpfiff ist am Ostermontag um 15 Uhr in Löschenrod. Womöglich wird es ja auch spannender als die vergangenen Vergleiche der letzten Jahre, die Lütter mit 7:2, 7:0 und 5:1 gewann.
