Lokales 12.09.2025

Zukunftsprojekt in Eichenzell – Spatenstich für rhöncloud DataRock

Eichenzell (as) – Digitale Souveränität entsteht im ländlichen Raum: Am Freitag hatte das IT-Technologieunternehmen rhöncloud zum symbolischen Spatenstich für ihr neues Großrechenzentrum „DataRock“ nahe Welkers eingeladen. Dort sollen bis 2030 250 Serverracks bei einem Investitionsvolumen von 25 Millionen Euro entstehen. Zum Start gratulierten mehrere Unterstützer des Projekts im Smart City Forum in Eichenzell.

Von links: Knut John, Louisa Solonar-Unterasinger, Johannes Rothmund, Hans-Georg Ehrhardt-Gerst, Manuel Bittorf, Sebastian Müller, Bernd Woide, Cornelia Lindner (Cadolto Data Centers) und Nico Schleicher (Leiter Bauverwaltung Eichenzell) beim Spatenstich. Foto: Andreas Schellenberg

Manuel Bittorf, Geschäftsführer von rhöncloud, stellte die Pläne für das Großrechenzentrum vor, welches das erste seiner Art in Osthessen sei und einen wichtigen Beitrag zur „Digitalen Souveränität“ der Region und des Landes Hessen leisten soll. „Unser Rechenzentrum soll Charakter haben“, hob er hervor. In einer ersten Bauphase sollen das Gebäude und die Infrastruktur für 100 Serverracks bis zum Frühherbst 2026 entstehen, anschließend sei bis 2030 eine Erhöhung auf 250 Serverracks vorgesehen. „Wir können die Kapazität modular erweitern“, teilte er mit. Die Energie für den Betrieb komme zum Großteil über den nahegelegenen Solarpark. Hierfür bedankte Bittorf sich bei der RhönEnergie und der Florian Wehner Gruppe als lokale Partner. Durch die nachhaltige Energieversorgung und weitere Maßnahmen wie eine punktuelle Kühlung im Server-System handele es sich um ein „Leuchtturmprojekt“, welches definitiv mit anderen Rechenzentren im Rhein-Main-Gebiet konkurrieren könne: „Wir bieten deutlich bessere Preise an.“

Das Unternehmen rhöncloud sei ein Clouddienstleister, der Serverkapazitäten anbiete, führte der Geschäftsführer weiter aus. Ziel des neuen Großrechenzentrum sei es, den Kunden die Datenhoheit über das eigene System zu bieten und auch moderne Innovationen zu unterstützen: „Wir sind auf KI-Workloads ausgelegt. Bittorf bedankte sich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, seinem Team sowie seiner Familie für die Hilfe in den vergangenen Monaten. Sein besonderer Dank galt Bürgermeister Rothmund und Nico Schleicher, welche das Projekt tatkräftig unterstützt hätten. Rothmund erzählte, dass die Idee einer Nutzung der Fläche vor rund vier Jahren bereits aufgekommen sei. Umso mehr freue er sich nun nach nur rund einem Jahr an Gesprächen mit der rhöncloud, dass der Baustart in greifbare Nähe gerückt sei. Der Bürgermeister sprach sich für mehr Vertrauen der Landespolitik bei solchen Projekten aus: „Lassen sie uns einfach mal machen.“ Er verwies auf weitere Projekte der Smart City Eichenzell und meinte zur Kooperation: „Es war die richtige Entscheidung.“

Landrat Bernd Woide sprach von einem „Wagnis“ bei diesem Zukunftsprojekt, welches durch viele regionale Partner ermöglicht werde: „Das zeigt, dass wir Hand in Hand arbeiten.“ Er versprach seinerseits die Unterstützung bei der anstehenden Baugenehmigung für das Großrechenzentrum. Hans-Georg Ehrhardt-Gerst, Standortleiter in Hünfeld für die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung, gratulierte ebenfalls zu dem Spatenstich: „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.“ Er betonte die Relevanz des Projekts gerade mit Blick auf die Arbeit mit künstlicher Intelligenz in Zukunft: „Auch das macht vor der Verwaltung nicht Halt.“

Louisa Solonar-Unterasinger, CIO des Landes Hessen, erklärte: „Hier in Eichenzell wird Zukunft konkret gebaut.“ Sie lobte den Ansatz, Digitalisierung und Klimaschutz gemeinsam zu denken und bedankte sich bei allen Mitwirkenden. Im Namen von Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus überbrachte sie Gratulationswünsche zum Projekt. Knut John, Landesbeauftragter für ländliche Räume, meinte zum Spatenstich: „Das ist etwas Wunderbares, um den ländlichen Raum endlich mal in Szene zu setzen.“ Er ergänzte: „Wir stehen alle hinter ihnen.“ Auch Sebastian Müller, Landtagsabgeordneter aus dem Kreis Fulda, war sehr zufrieden mit der Arbeit von Bittorf und seinem Team: „Ich bin sicher, das wird andere anziehen.“

Spatenstich für rhöncloud DataRock. Fotos: Andreas Schellenberg