Mannschaft und Trainerteam – allesamt waren sie extrem enttäuscht und sogar „sprachlos“, wie Eichenzells Interimscoach Heiko Rützel nach Abpfiff konstatieren musste. Nicht etwa über die späten Gegentore, sondern wegen des Auftritts selbst. 0:0 stand es nach 88 Minuten, „ein Unentschieden hätte uns überhaupt nicht weitergeholfen, also mussten wir aufmachen und alles nach vorne werfen“, sagte Rützel. Der Gegenstoß folgte: Jonas Dicke erzielte freistehend das 1:0 für Willingen, Florian Heine war in der Nachspielzeit nochmal auf und davon und legte sogar noch nach.
Doch Rützel war vielmehr konsterniert über die Leistung seiner Mannschaft, die eine volle Bank hatte – was also auf keinen Fall eine Ausrede sein durfte. „Über 90 Minuten waren wir die klar schlechtere Mannschaft und waren nur dank Chris Grösch noch im Spiel, der drei, vier Mal in Eins-gegen-eins-Situationen gehalten hat“, lobte Rützel einzig seinen Keeper. Schon nach wenigen Minuten war Grösch erstmals gegen Bäcker zur Stelle, weitere Paraden sorgten für das 0:0 zur Pause. Auf Eichenzeller Seite hatte Jonas Nitz eine gute Chance, doch insgesamt war es „viel zu wenig“.
Die zweite Hälfte war zwar etwas besser, doch ließ sich weiterhin nicht unbedingt schön ansehen für das Publikum. Die Britannia versuchte hintenraus mehr und mehr, die Initiative zu ergreifen, und erhöhte das Risiko. Das nahm Rützel in Kauf – dass die Gegentore dann so spät fallen, sei noch obendrauf gekommen. „Aber insgesamt kann das so auf keinen Fall reichen. Das muss man sagen und wir müssen das erstmal sacken lassen heute“.
Eichenzell: Grösch; Badji Coly, Nitz, Dugan, Pfeiffer, Ludwig, Heil (65. Sang), Sawatzky (55. Röhrig), Fröhlich, Reith, Mulaj. (77. Götze, 77. Somow)
Willingen: Potcoava; Winkler, Pack, Müller (80. Cramer), Albrecht, Vogel, Butz (65. Dicke), Bott, Bäcker, Heine (90.+3 Saure), Schäfer.
Schiedsrichter: Tom Bartholmai (Altmorschen)
Tore: 0:1 Jonas Dicke (88.), 0:2 Florian Heine (90.+1)
Zuschauer: 150
