Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte blieb das Spiel auch nach dem Seitenwechsel umkämpft. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend, klare Torchancen waren Mangelware. In der 76. Minute fiel dann die Entscheidung: Nach einer Ecke schaltete Jonas Nitz am schnellsten und traf aus kurzer Distanz zum 1:0. Es war die entscheidende Szene einer Partie, in der Eichenzell defensiv kompakt stand und kaum etwas zuließ – genau das, was Trainer Heiko Rützel im Vorfeld gefordert hatte.
„Die Uhrzeit tat uns anscheinend ganz gut – die Jungs waren von Anfang an wach“, lobte Rützel sein Team, das am Sonntag schon um 11.30 Uhr ran musste. „Die Leistung von allen hat heute zu 100 Prozent gestimmt. Inklusive der Einwechselspieler haben alle mitgezogen.“ In der Schlussphase versuchte Kassel II, noch einmal Druck aufzubauen, musste jedoch nach einer Roten Karte gegen Haris Ljatifi (85., Notbremse) in Unterzahl zu Ende spielen. Eichenzell brachte den knappen Vorsprung routiniert über die Zeit und durfte sich über einen verdienten Heimsieg vor 150 Zuschauern freuen.
„Das war kein glücklicher Sieg“, betonte Rützel. „Wir haben gut verteidigt, schnell umgeschaltet und die Stärken der Kasseler kompensiert. Auf diesem tiefen Geläuf waren andere Tugenden gefragt als technischer Fußball – und genau das haben wir umgesetzt.“ Mit dem Erfolg gegen den Spitzenreiter hat die Britannia gezeigt, dass sie in der Verbandsliga bestehen kann – ein wichtiges Signal vor den verbleibenden Spielen bis zur Winterpause.
Eichenzell: Jäckel; Badji Coly, Nitz, Dugan, Ludwig, Heil, Ströder, Sawatzky, Fröhlich, Sang, Mulaj (68. Reith, 72. Röhrig, 78. Pfeiffer, 90. Götze)
Kassel: Sauer; Kersting, Wagner, Eckhardt, Schmeer, Hofert, Pagna, Hagemann, Ljatifi, Kanat, Stegmann (51. Di Giglio, 58. Kniep, 71. Lindner, 76. Karademir, 76. Schönewolf)
Schiedsrichter: Florian Tesch (Dieburg)
Tore: 1:0 Jonas Nitz (76.)
Zuschauer: 150.
Rote Karte: Haris Ljatifi (Kassel, 85.) wegen Notbremse
