Der bisherige älteste deutsche Mann, Karl Haidle, war in der Nacht zum 1. November im Alter von 110 Jahren in der Nähe von Stuttgart verstorben, das berichtete die hessenschau. Damit ist nun Kant der älteste Mann in Deutschland. Eine der Personen, mit denen der 109-Jährige regelmäßig noch Kontakt hat, ist Pfarrer Pasenow. Dieser weiß einiges über den Pfarrer i. R. zu erzählen.
Mit 100 Jahren habe Kant erst aufgegeben, regelmäßige Messen in der Auferstehungskirche in Löschenrod zu feiern, berichtet Pasenow. Und seit er 102 sei, fahre der Pfarrer i.R. nicht mehr mit dem Auto durchs Dorf, um Kranke mit der Kommunion zu besuchen, führt Pasenow weiter aus: „Womit er nie aufgehört hat, ist, im Herzen des Dorfes für die Menschen zu beten.“ Der Geistliche fühle sich, wie viele andere, in seinem Dienst durch den Rentner getragen. Mittwochabends und einmal am Wochenende besuche Pasenow oder seine Vertretung den 109-Jährigen mit der Kommunion: „Es sind stille Begegnungen, der Anlass wie die Schwerhörigkeit von Bruno Kant verhindern Smalltalk. Aber die Treffen berühren mich innerlich – die gegenseitige Dankbarkeit ist auch ohne viele Worte zu spüren.“
Der Pfarrer i. R. sei ein tiefgläubiger Priester, stellt Pasenow fest: „Er blickt auf den Tod nicht mit Schrecken, sondern voller Hoffnung.“ Das Leben für den 109-Jährigen sei, trotz der hervorragenden Betreuung, ziemlich beschwerlich. Der Gratulant erinnert sich an einen humorvollen Ausspruch von Kant vor ein paar Jahren: „Der liebe Gott scheint so schwerhörig zu sein wie ich. So lange bitte ich ihn schon, dass er mich endlich zu sich holt.“ Wenn sich zu Jubiläen oder am Geburtstag jedoch dankbare Menschen vor seiner Haustür einfinden, bereite ihm dies sichtlich Freude, so Pasenow. Er ergänzt: „Ich hoffe, dass ich einmal am Ende meines eigenen Berufslebens mit dieser Gelassenheit und Dankbarkeit zurück und mit diesem Gottvertrauen nach vorne blicken kann.“
Glückwünsche von Bürgermeister Rothmund
Auch Bürgermeister Johannes Rothmund gratuliert zu der neuerlichen Rolle des Pfarrers i. R.: „Es erfüllt uns mit großer Freude und Stolz, dass der älteste Mann Deutschlands in unserer Gemeinde lebt – und das in einer so lebendigen, bescheidenen und humorvollen Art, wie sie Bruno Kant auszeichnet. Pfarrer Kant ist weit mehr als eine außergewöhnliche Zahl in einer Statistik. Er ist ein Mensch, der über Jahrzehnte hinweg Glauben, Gemeinschaft und Menschlichkeit verkörpert hat. Seine Lebensgeschichte ist ein Stück Zeitgeschichte, und sein Wirken hat in Löschenrod und weit darüber hinaus Spuren hinterlassen. Noch bis zu seinem 100. Geburtstag hat er regelmäßig Gottesdienste übernommen, und selbst im Alter von 102 Jahren verteilte er noch die Krankenkommunion.“
Rothmund führt weiter aus: „Dass Herr Kant nun als ältester Mann Deutschlands gilt, ist für uns eine Ehre – aber vor allem eine Gelegenheit, Dankbarkeit auszudrücken: für seine Lebensweisheit, seine Herzenswärme und seine beständige Verbundenheit mit unserer Gemeinde. Wir freuen uns mit Bruno Kant auf seinen 110. Geburtstag im Februar und wünschen ihm bis dahin Gesundheit, Zuversicht und eine erfüllte Zeit mit vielen schönen Glücksmomenten.“
