Es wäre für die Gemeinde ein Mammutprojekt: Zehn bis zwölf Millionen Euro waren die geschätzten Kosten für die geplanten Kindergarten im Baugebiet „Nordöstliches Steinfeld“. Hier sollen vier Gruppen für Krippenkinder bis drei Jahren und weitere zwei altersoffene Gruppen später betreut werden – auf einem 5000 Quadratmeter großen Grundstück. Schon in den Ausschüssen hatten sich alle Fraktionen geeinigt, einem ursprünglich von der SPD eingebrachten Antrag mit einigen kleineren Änderungen zuzustimmen. Lutz Köhler (SPD) brachte den Antrag dann ein: „Das Betreiben eines Kindergartens ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Eichenzell entwickelt sich entgegen dem demografischen Wandel und es besteht weiterer Bedarf. Auf die Gemeinde kämen bei einem Bau in Eigenregie Kosten von zwölf Millionen Euro zu. Es soll nach einer Möglichkeit gesucht werden, wie das Projekt durch Dritte umgesetzt werden kann. Der Gemeindevorstand soll dazu zügig die Gemeindevertretung informieren.“
Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU) bestätigte den Bedarf. Gerade für Krippenplätze würde es in Eichenzell ein zu kleines Angebot geben. Von Seiten der Verwaltung war dazu eine Entscheidungshilfe erarbeitet worden, nach der erst nach 30 Jahren die jährlichen finanziellen Aufwendungen für einen Bau in eigener Regie geringer wären, im Vergleich zu einem angemieteten Gebäude: „Gut wäre es, wenn wir eine Grundsatzentscheidung vor dem nächsten Haushalt hätten. Diese hat auch Auswirkungen auf die zu beantragenden Förderungen.“ Julian Rudolf (CDU) sprach sich dann auch für ein angemietetes Gebäude aus: „Wir wissen nicht, was in 30 Jahren ist. Von daher macht es Sinn, in einem Mix, neben den gemeindeeigenen Kindergärten, bei einem später entscheiden zu können, ob er weiter benötigt wird. Außerdem wird der Bau schneller gehen und wirtschaftlich ist es in den ersten 30 Jahren so für die Gemeinde besser.“ Somit waren sich dann alle Fraktionen einig, dass die Verwaltung nach einem Bauträger suchen soll, der den neuen Kindergarten errichtet, um ihn der Gemeinde zu vermieten.
Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde die Einrichtung einer provisorischen Kita in Rönshausen in der Rohingstraße 20. Hierfür wurde eine Million Euro genehmigt, für die Container für zwei normale Gruppen und eine Krippengruppe beschafft werden sollen. Dort hat die Gemeinde ein Grundstück gekauft, auf dem ein baufälliges Haus abgerissen werden soll. Der Bedarf besteht während des Umbaus und der Renovierung der Kita in Lütter. Eineinhalb Jahre sind dafür eingeplant, in denen kein paralleler Betrieb dort möglich ist. Begonnen werden soll im nächsten Jahr. Bürgermeister Rothmund verwies auf einen weiteren Vorteil dieser Container: „Nicht nur in Lütter, sondern auch in weiteren Ortsteilen besteht dringender Sanierungsbedarf in bestehenden Kindergärten. Die Container lassen sich dann am bestehenden Standort weiter nutzen.“
Keine Zustimmung fand ein CDU-Antrag, im nächsten Haushalt 25.000 Euro für Fahrradständer, Servicestationen und E-Bike-Ladestationen einzuplanen. Viktor Baumann hatte ihn damit begründet „dass der Radverkehr der CDU ein besonders Anliegen ist“. Lutz Köhler sah insbesondere für die Servicestationen keine Zuständigkeit der Gemeinde. Martin Schulta (Bürgerliste) meinte, diese seien meistens nicht an dem Platz, wo man sie brauchen würde und Andreas Maraun (SPD) wurde grundsätzlich: „Ich habe bisher nur wenige von der CDU mit dem Fahrrad gesehen. Die wenigsten trauen sich noch, bei einem modernen Rad selbst etwas zu reparieren. Der Antrag ist schön, aber ein reiner Schaufensterantrag im Vorwahlkampf.“ Ganz anders sah das Markus Roth (CDU): „Ich habe den Eindruck, Sie waren noch nie mit dem Fahrrad unterwegs. Was wir beantragen, war der Wunsch der Bürger in der Befragung. Es geht nicht darum, die Stationen mit der Gießkanne zu verteilen, sondern in Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten festzulegen, wo die Hot-Spots sind.“ Außer den CDU-Vertretern folgte niemand dieser Argumentation, womit der Antrag abgelehnt wurde.
Zustimmung fand ein FDP-Antrag, für 50.000 Euro einen Sportstätten-Entwicklungsplan zu erstellen. Einzig einige SPD-Gemeindevertreter stimmten dagegen, nachdem Lutz Köhler in der Diskussion gesagt hatte, er komme sich vor wie ein „Spielverderber“. Die beantragte Summe war ihm aber angesichts der finanziellen Lage der Gemeinde zu hoch. Vertagt wurde die Entscheidung, den Weg im Technologiepark als „Am Speicher“ zu benennen. Dirk Fischer hatte auch in seiner Funktion als Ortsvorsteher von Eichenzell emotional die Einbindung des Ortsbeirats gefordert. Am Ende der Sitzung gab Bürgermeister Rothmund noch bekannt, dass für das „alte Brauhaus“ ein neuer Pächter gefunden wurde, der dort „deutsch-italienische Küche“ anbieten will.
