Früh am Morgen startete der vollbesetzte Bus zur größten Privatbrauerei Deutschlands. Dort angekommen, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von einem erfahrenen Guide begrüßt, der mit Leidenschaft und Humor in die Kunst des Bierbrauens einführte. Er erklärte, dass jedes Bier im Wesentlichen aus vier Zutaten besteht: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Zunächst wird das vermälzte Getreide geschrotet und mit Wasser vermischt, um die Maische herzustellen. Dabei wandelt sich die Stärke des Malzes in Zucker um. Die Grundlage für den späteren Alkoholgehalt. Nach dem Läutern, bei dem die festen Bestandteile abgetrennt werden, folgt das Würzekochen. Hier wird Hopfenkonzentrat zugegeben, der dem Bier sein charakteristisches Aroma verleiht. Anschließend wird die Würze abgekühlt und mit Hefe versetzt. Nun beginnt die Gärung, bei der Zucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt wird. Nach einer Reifezeit entsteht schließlich das fertige Bier, das abgefüllt und genossen werden kann.
Die riesigen Edelstahlkessel und Rohre in den Sudhäusern mit den Aufschriften: Whirlpoolpfanne, Läuterbottich oder Würzekocher waren beachtlich. Der Gästeführer berichtete vom aktuellen Boom alkoholfreier Biere. Immer mehr Menschen greifen zu diesen Varianten. Dank moderner Brautechniken gelinge es immer besser, dass diese kaum noch von klassischen Bieren zu unterscheiden seien. Beeindruckende Zahlen bleiben in Erinnerung: 5,5 Millionen Flaschen werden täglich abgefüllt, das entspricht 120 Flaschen pro Sekunde. Würde man alle Kästen stapeln, die an einem Tag gefüllt werden, wäre der Stapel siebenmal höher als der Mount Everest. Nach einer informativen Führung durften alle bei einer deftigen Brotzeit die verschiedenen Sorten – ob klassisch oder alkoholfrei – verkosten und die feinen Unterschiede entdecken. Nach der Heimreise trafen sich alle im Proberaum zu einem gemütlichen Abschluss. Ein Tag voller Eindrücke und Genüsse.
