Sport 25.11.2025

Mit Betreuung im Zentrum Mensch zur WM - Cemal Öztürk topfit

Eichenzell/Stadtallendorf (pf) – Einzigartiges Zusammenspiel und fast blindes Vertrauen: Wenn Kickboxer Cemal Öztürk dieser Tage in Abu Dhabi bei den WAKO-Weltmeisterschaften antritt, dürfen sich viele Menschen auf die Schulter klopfen. Denn der 21-Jährige kämpfte sich nach einer schweren Knieverletzung und einer OP in nur siebeneinhalb Monaten zurück. Dabei spielte die Betreuung im Zentrum Mensch in Eichenzell eine zentrale Rolle.

Von links: Maurus Klüber, Michael Franz, Cemal Öztürk und Andreas Riem. Foto: Pascal Fischer

„Eigentlich ist das ein Wunder“, sagt Cemal Öztürk aus Stadtallendorf auch selbst, als er wenige Tage vor der Weltmeisterschaft bei Michael Franz im Zentrum Mensch in Eichenzell eine der letzten Physio-Einheiten absolviert. Bei einem Wettkampf erlitt er einen Riss des vorderen Kreuzbandes und eine Meniskus-Verletzung – dabei hatte er diese WM im November 2025 schon fest im Blick gehabt. „Ich wollte es unbedingt machen“, betont er. Und er brauchte starke Kräfte um sich herum, die das Unmögliche möglich werden ließen.

Gemeinsam mussten wichtige Absprachen getroffen werden: Voll involviert war der Fuldaer Arzt Dr. Jörg Beardi, Unfallchirurg am Klinikum in Eschwege. Auch die Bundeswehr stand dahinter – Öztürk ist Teil der Sportfördergruppe und wurde auf seinem Weg finanziell unterstützt. Zum Physio-Training bei Michael Franz in Eichenzell nahm der Stadtallendorfer, der auch ab und an bei Sergej Braun trainiert, wöchentlich hunderte Kilometer auf sich, Trainer Andreas Riem von der FFT Akademie („Falconfighter“) in Homberg/Efze genauso viel. „Wir wollten es erst ohne OP machen“, verrät Öztürk, dann sei aber das Risiko zu hoch gewesen, sich während der Vorbereitung nochmal zu verletzen. Also wurde operiert – Anfang April. Und auf das Ergebnis dürfen alle Beteiligten stolz sein.

„Dass die Bundeswehr sich auch gekümmert hat, ist wirklich cool. Das ist ein besonderes Ergebnis, das nur durch viel und engen Austausch möglich war“, lobt Physio Franz, der selbst viel Zeit in der Praxis für den Kickboxer freischaufeln musste. So konnte sich Öztürk in seiner Therapie, immer durch enge Absprache mit Dr. Beardi, früher als üblich an gewisse Übungen herantrauen, beziehungsweise fast sogar die Entlastungsphase überspringen: „Wir hatten ja fruchtbaren Boden“, sagt Franz im übertragenen Sinne: Öztürks Knie war in einem guten Zustand, das Leistungsvermögen war schnell wieder da. „Dafür war auch enges Vertrauen nötig – von ihm in uns und von uns, dass er unsere Vorgaben richtig umsetzt“, so Franz.

Die Therapie verlief zur vollen Zufriedenheit, Öztürk absolvierte sogar sechs Monate nach der OP bereits den ersten Turnierwettkampf, allerdings noch ohne Attacken auf die Beine. Ein zweiter folgte, die WM ist nun der dritte Wettkampf nach der erfolgreichen Reha. Im Zentrum Mensch hatte außerdem Maurus Klüber einen großen Teil seiner Therapie begleitet, auch Dr. Beardi schaute mal vor Ort vorbei. Einen ganz großen Dank richtet auch Trainer Riem an die Therapeuten: „Wir konnten im Training schon sehr weit gehen. Das hat mich sehr positiv überrascht. Herzlichen Dank dafür“. Großen Rückstand habe Öztürk nun kurz vor der WM keinen, bis auf das Arbeiten „aus dem Bewusstsein heraus“, das aber automatisch wiederkomme. Körperlich gebe es keine Nachteile gegenüber seinen Gegnern – „es ist nur der Kopf“, sagt Riem.

Die WAKO World Championships in Abu Dhabi sind am 21. November gestartet und laufen anderthalb Wochen. Öztürk startet am Dienstag kämpft in der Klasse bis 86 Kilogramm, hat sein Gewicht bereits erreicht und steht vor einem besonderen Modus: Jeden Tag wird gekämpft – wer gewinnt, ist eine Runde weiter. Maximal vier Kämpfe an vier aufeinanderfolgenden Tagen warten, und der Stadtallendorfer ist natürlich höchstmotiviert.