Zur feierlichen Eröffnung auf dem Gelände der Kläranlage Löschenrod waren zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und den beteiligten Fachunternehmen geladen. 1987 wurde die Kläranlage Löschenrod für eine Ausbaugröße von 12.000 Einwohnerwerten errichtet. Nach beinahe 40 Jahren war die Anlage in weiten Teilen technisch überholt, weswegen eine Grundsanierung anstand. Mit dem nun abgeschlossenen Umbau wurde die Kapazität von 12.000 auf 18.900 Einwohnerwerte erweitert und der Energieverbrach reduziert. „Es war ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige und Zukunftsfähige Region“, betonte der Rathauschef. Insgesamt investierte der Verband rund 15 Millionen Euro in die Maßnahme, die über Abwassergebühren finanziert wurde. Für den Austausch der Gebläse und die Installation einer Photovoltaikanlage erhielt der Verband zudem einen Zuschuss des Landes Hessen in Höhe von rund 300.000 Euro.
Der erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt freute sich über die Investitionen und hob besonders eine offene Kommunikation mit der Bevölkerung hervor: „Es ist wichtig, dass wir zeigen, was mit der großen Investition passiert.“ Der Landtagsabgeordnete Sebastian Müller zeigte sich ebenfalls erfreut über die Fertigstellung der neuen Kläranlage. „Wir können stolz sein, dass wir technisch auf dem Stand sind unsere Umwelt zu schützen“, erklärte er und fügte an: „Besonders stolz bin ich, dass wir Firmen in der Region haben, die diese technisch komplexe Arbeit erledigen können“. Im Anschluss an die Segnung durch der Anlage Pfarrer Guido Pasenow und Pfarrerin Ulrike Röder erfolgte die symbolische Banddurchtrennung, bevor Besucherinnen und Besucher Gelegenheit zu Rundgängen über das Gelände erhielten. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Empfang im Bürgerhaus Löschenrod. Dort präsentierte das Planungsbüro Holinger Ingenieure GmbH die Umbauphase. Auch die Bürgermeister der Gemeinde Ebersburg Benjamin Reinhart und der Stadt Gersfeld Dr. Steffen Korell waren vor Ort.
Technische Modernisierung auf allen Ebenen
Die Modernisierung umfasste nahezu alle Bereiche der Kläranlage. Im Mittelpunkt standen Effizienzsteigerung, Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit. Zu den wesentlichen Maßnahmen im Rahmen der Ertüchtigung zählen der Umbau und Erweiterung des Rechengebäudes auf eine zweistraßige Ausführung mit Feinrechen und Rechengutbehandlung, die Optimierung des Sand- und Fettfangs inklusive neuer Sandwaschanlage und Zulaufmengenmessung, der Neubau eines dritten Belebungsbeckens zur Erweiterung der biologischen Abwasserreinigung mit einem Gesamtvolumen nun 5010 Kubikmeter, die Ertüchtigung der Nachklärbecken und Umstellung der Phosphorelimination auf eine moderne Zwei-Punkt-Fällung, die Umstellung der Schlammbehandlung durch maschinelle Überschussschlammeindickung mit neuem Voreindicker und Schlammspeicher, die Energetische Sanierung des Betriebsgebäudes inklusive Dämmung, Fenster- und Türentausch, neuer Fußbodenheizung mit Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie die Installation von Photovoltaikanlagen auf allen Gebäuden mit einer Leistung von rund 73 Kilowatt Peak und einer jährlichen Eigenstromproduktion von circa 65.000 Kilowatt pro Stunde. Insgesamt wurden rund 3,5 Kilometer Leitungen neu verlegt.
Betriebssicherheit und Entlastung für das Personal
Ein zentrales Ziel der Modernisierung war die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Durch die neue maschinelle Überschussschlammeindickung entfallen personalintensive Tätigkeiten, während die neue Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik eine weitgehend automatisierte Anlagensteuerung ermöglicht. Das Betriebsgebäude wurde aufgestockt und bietet nun zeitgemäße Umkleide-, Sanitär- und Sozialräume gemäß den aktuellen Arbeitsschutzvorgaben. Neben technischer Modernität stand auch die ökologische Verantwortung im Fokus. Durch die Nutzung von erneuerbarer Energie (PV-Anlagen, Wärmepumpe) und die energetische Optimierung der Gebäude kann der Stromverbrauch deutlich reduziert werden. Der anfallende Klärschlamm wird zur energetischen Verwertung in der Faulungsanlage des Abwasserverbandes Fulda genutzt – ein weiterer Beitrag zur Ressourcenschonung.
Bedeutung für die Region
Die Kläranlage Löschenrod ist die größte Anlage im Verbandsgebiet des Abwasserverbandes „Oberes Fuldatal“ und sichert die Abwasserreinigung für die Ortsteile Eichenzell, Löschenrod, Kerzell, Welkers, Rönshausen, Melters, Lütter sowie Weyhers (Gemeinde Ebersburg). Mit der Modernisierung wurde die Anlage technisch, ökologisch und organisatorisch auf den neuesten Stand gebracht – ein starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit der Region.
Ein Gemeinschaftsprojekt vieler Beteiligter
Die Planung und Bauoberleitung lag bei der Holinger Ingenieure GmbH (Merklingen), die örtliche Bauüberwachung übernahm das Tiefbautechnische Büro Köhl GmbH aus Fulda. Mit der Ausführung waren zahlreiche Fachfirmen betraut, darunter: Bauunternehmung Stefan Herget (Tann-Lahrbach), Alfred Woltering Stahl- und Maschinenbau GmbH & Co. KG (Ochtrup), CONAQUA Wassertechnik GmbH (Röthenbach), Scholl Energie- und Steuerungstechnik GmbH (Fulda), ZieglerBau GmbH & Co. KG (Tann), Kälte Klima Elektro GmbH (Poppenhausen), KLAWA Anlagenbau GmbH (Gudensberg), Rehart GmbH (Ehingen) sowie Rudolf Messner Umwelttechnik AG (Adelsdorf).
Über den Abwasserverband „Oberes Fuldatal“
Der Abwasserverband „Oberes Fuldatal“ mit Sitz in Eichenzell ist verantwortlich für die Abwasserbeseitigung in mehreren Mitgliedsgemeinden des Landkreises Fulda. Ziel des Verbandes ist eine umweltgerechte, wirtschaftliche und zukunftsorientierte Abwasserreinigung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger der Region.
