Durchaus spürbar sollen die Steuern steigen, Die Grundsteuer A für landwirtschaftliche Betriebe von 320 auf 410 Prozent, die Grundsteuer B für Hausbesitzer von 295 auf 335 Prozent und die Gewerbesteuer von 370 auf 400 Prozent. Durch Letztere sind 850.000 Euro Mehreinnahmen eingeplant. Die Erhöhung bei der Gewerbesteuer bleibe zumindest für Einzelunternehmen und Personalgesellschaften „aufkommensneutral”, da diese die Gewerbesteuer weiterhin mit der Einkommenssteuerlast verrechnen können. Bei der Grundsteuer B wird mit rund 250.000 Euro mehr kalkuliert. Die diesjährigen Hebesätze hatten nach der Grundsteuerreform allerdings auch zu Mindereinnahmen gegenüber 2024 von über 150.000 Euro geführt. Bürgermeister Rothmund verwies darüber hinaus auf die Folgen der abgeschafften Straßenausbaubeiträge, die durch eine Erhöhung der Grundsteuer B, die sich allerdings nicht dynamisch entwickelt, kompensiert wurde: „Wir können momentan einen Kilometer Straße pro Jahr ausbauen – nötig wären bei einer Haltbarkeit von 30 bis 60 Jahren aber mindestens zwei Kilometer bei einem Straßennetz von 102 Kilometern.” Die relativ drastische Erhöhung der Grundsteuer A führe im Ergebnis zu etwa gleichen Einnahmen wie vor der Grundsteuerreform.
Investitionen stehen am Bauhof in Form von Ersatzbeschaffungen von Geräten und Maschinen an. Für Umbau und Sanierung des Bauhofs selbst wünschte Rothmund Entscheidungen der Fraktionen, ob sie bereit sind, Gelder zu genehmigen. Feuerwehrfahrzeuge in Löschenrod, Eichenzell und Welkers sind schon im Haushalt dieses Jahres genehmigt und sind teilweise schon in der Beschaffung. Die Feuerwache Eichenzell weise „nicht zu behebende Mängel” auf, welche einen Neubau an anderer Stelle erforderlich machen. Zum Grunderwerb sind Mittel eingeplant. Im gesamten Bereich SmartCity soll ähnlich viel wie in den Vorjahren investiert werden. Diese Gelder müssen dann aber noch jeweils einzeln vom zuständigen Ausschuss freigegeben werden. Weiter finden sich diverse Straßen- und Radwegebaumaßnahmen im Haushalt – darunter 300.000 Euro zur weiteren Umstellung der Straßenbeleuchtung, welche teilweise deutlich älter als 35 Jahre sei, auf LED-Beleuchtung.
Eine der teuersten Investitionen im neuen Haushaltsplan ist der Bau einer Übergangs-Kita in Rönshausen, für die eine Million Euro eingeplant ist. Mittel für einen möglichen Waldkindergarten in Kerzell könnten mit einem Sperrvermerk versehen werden, bis die Beratungen abgeschlossen sind. Bisher sei das Projekt in den Ausschüssen „kritisch beleuchtet” worden. Insgesamt seien durch Konsolidierungsmaßnahmen über eineinhalb Millionen Euro eingespart worden berichtete der Bürgermeister: „Unangetastet bleibt der gesamte Bereich der Vereinsförderung.”
Die Gemeinde kann den Haushalt aus noch vorhandenen Rücklagen ausgleichen, das Defizit beläuft sich auf rund 1,4 Millionen Euro. Dies trotz höherer Zuweisungen vom Land, hier dankte Bürgermeister Rothmund ausdrücklich dem örtlichen Landtagsabgeordneten Sebastian Müller, durch dessen Einsatz Eichenzell „wieder in den Genuss des Zuschlags für den ländlichen Raum” gekommen sei. Stetig steigen, wie in allen Kommunen, die Personalkosten insbesondere durch die Tarifabschlüsse. „Mit den Personalkostensteigerungen stehen wir nicht alleine da: Im statistischen Mittel lagen diese bei den hessischen Kommunen in den letzten fünf Jahren bei 45,9 Prozent, in den letzten zehn Jahren bei 81,3 Prozent. Auch wenn dies nur ein schwacher Trost ist”, so Rothmund.
Nun ist es an den Gemeindevertretern über den Entwurf zu beraten. Rothmund versicherte allen Fraktionen für Erklärungen zur Verfügung zu stehen: „Ich wünsche gute, vor allem konstruktive Beratungen, gerne auch fraktionsübergreifend und vertraue auf die gute Kommunikation untereinander.”
