Lokales 27.08.2025

Meilenstein auf der A7: Teil der Thalaubachbrücke geht in Betrieb

Döllbach (sim) – Mit dem Durchschneiden des schwarz-rot-goldenen Bandes fiel am Montag der offizielle Startschuss: Das erste Teilbauwerk der neuen Talbrücke Thalaubach ist für den Verkehr freigegeben. Im Hintergrund rollten währenddessen schon die Fahrzeuge über das 312 Meter lange und 38 Meter hohe Bauwerk. Zu dem Termin waren Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori sowie weitere Politiker und Vertreter aus Verwaltung und Bauwesen an die Baustelle bei Döllbach gekommen, sie sprachen von einem stillen, aber gewichtigen Beweis dafür, dass Infrastruktur in Deutschland auch Fortschritt bedeuten kann.

Vertreter aus der Politik und von der Autobahn GmbH durchschnitten gemeinsam das Band. Foto: Silas Messing.

Die neue Brücke, die direkt neben der alten Konstruktion aus dem Jahr 1968 verläuft, steht exemplarisch für das, was derzeit auf deutschen Autobahnen vielerorts geschieht: Ersatzneubauten, modernste Technik, komplexe Bauverfahren – und der Versuch, all das möglichst umweltschonend umzusetzen. Seit 2022 wurde auf der östlichen Seite gebaut, nun ist das erste Teilbauwerk vollständig in Betrieb. Nun fließt der Verkehr in beiden Richtungen über die neue Trasse – dank 4+0-Verkehrsführung mit je zwei Fahrstreifen pro Richtung. Mit rund 115 Millionen Euro finanziert der Bund dieses Großprojekt im Rahmen des Brückenmodernisierungsprogramms. Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, sieht darin ein klares Zeichen: „Wir investieren hier in die Zukunft unserer Infrastruktur. Die Modernisierung von Brücken ist eine unserer wichtigsten Aufgaben.“ Auch Kaweh Mansoori, Hessens Minister für Wirtschaft und Verkehr, hob hervor, dass sich moderne Ingenieurkunst und Umweltbewusstsein nicht ausschließen müssen: „Diese Brücke zeigt, dass wir leistungsfähige Infrastruktur schaffen können, ohne den Wald zu opfern.“

Tatsächlich wurde beim Bau besonders auf den Schutz des angrenzenden Waldes geachtet. Weil das neue Bauwerk näher an den Hang rückt, musste eine Lösung her, um großflächige Rodungen zu vermeiden. Die Antwort: eine 900 Meter lange, ingenieurtechnisch anspruchsvolle Steilböschung mit Nagelwand – platzsparend, sicher, umweltschonend. Ein technisches Statement mit grünem Anspruch. Für den Bau der Brücke selbst kam das sogenannte Taktschiebeverfahren zum Einsatz – ein logistisch komplexer Ablauf, bei dem einzelne Brückensegmente abschnittsweise gefertigt und über sieben Pfeiler hinweg verschoben werden. Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH, zeigt sich stolz: „Diese Brücke ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein organisatorisches Meisterstück. Alle Beteiligten haben hervorragende Arbeit geleistet.“

Die alte Talbrücke, die über fünf Jahrzehnte lang den Verkehr getragen hat, wird nun abgerissen. Bis 2028 entsteht an ihrer Stelle das zweite Teilbauwerk für die Fahrtrichtung Würzburg. Und auch danach geht die Arbeit weiter: Bis Ende 2030 wird die Strecke über eine Länge von 2,6 Kilometern grundlegend angepasst. Cord Lüesse, Direktor der Niederlassung Nordwest der Autobahn GmbH, fasste es pragmatisch zusammen: „Ein Projekt wie dieses ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Aber wir kommen gut voran.“ Unter den Gästen waren unter anderem Landrat Bernd Woide, Bundestagsabgeordneter Michael Brand, Landtagsabgeordneter Sebastian Müller sowie die Bürgermeister Johannes Rothmund (Eichenzell) und Benjamin Reinhart (Ebersburg). Im Anschluss besichtigten alle Beteiligten die neue Brücke von innen und machten sich so ein eigenes Bild von dem Bauwerk.