Lokales 22.11.2024

„400 Jahre Juden in der Rhön“ – Ausstellung in der Von-Galen-Schule

Eichenzell (fp) – Die Wanderausstellung „400 Jahre Juden in der Rhön“ wurde am Freitagvormittag in der Von-Galen-Schule eröffnet. Auf circa 60 „Rollups“ zeigt der Verein „Zukunft Bildung Fulda“ die leidensvolle Geschichte der Juden in der Region. Organisiert wurde die Ausstellung von Dr. Michael Imhof, zweiter Vorsitzender des Vereins, der bei der Eröffnung einen begleitenden Vortrag für circa 45 Schüler der Realschulabschlussklassen der Schule hielt.

Gemeinsam schnitten die Verantwortlichen das symbolische Band durch und eröffneten damit die Ausstellung. Foto: Felix Pillat

In der sogenannten „Lernlandschaft“ im ersten Stock der Eichenzeller Von-Galen-Schule, können die Schüler noch bis Ende Januar durch einen Teil der Fuldaer Geschichte wandern. Zerstörte Synagogen, Deportationen, Verbrennungen: Das alles mussten die Juden in den vergangenen 400 Jahren auch in der Rhön erleiden. „Die Fuldaer Geschichte ist keine separierte“, mahnte Imhof in seinem begleitenden Vortrag zur Eröffnung. Viele Menschen gingen davon aus, dass der Nationalsozialismus, die Verfolgung und die Verbrechen gegenüber Juden in Fulda gar nicht stattgefunden hätten oder, dass es zu dem Zeitpunkt in der Barockstadt gar keine Juden mehr gegeben habe, so Imhof weiter: „Sie wurden vorher weggemacht“, benannte er eine Beispielsannahme der Schüler. In seinem Vortrag fasste er in mittels einer PowerPoint-Präsentation die Geschichte jüdischen Lebens in der Region von den mittelalterlichen Judenverbrennungen, über die Verbrechen der Nazis, bis hin zu aktuellen aufkeimenden rechtsextremen Gruppen und Strömungen in der Politik zusammen.

Schulleiterin und Rektorin Bianka Roth betonte die Wichtigkeit der Ausstellung für die Schüler. „Wenn ich allgemein etwas über den Nationalsozialismus lehre, ist das für die Schüler sehr abstrakt“, sagte sie und ergänzte: „Die Ausstellung bietet einen persönlicheren Bezug zu dem Thema. Wenn ich hier sehe, dass das Leute aus der Region betroffen hat, hat das eine ganz andere Wirkung.“ Weiter lobte sie die Vielseitigkeit der Ausstellung. So hätte diese beispielsweise Einsatzmöglichkeiten im Geschichtsunterricht und im Religionsunterricht, erklärte Roth. Neben der Ausstellung werde auch ein Shabbat-Tisch aufgebaut, an dem sich die Schüler über die religiösen Hintergründe des Judentums informieren können, so die Rektorin.

Nach dem Vortrag von Dr. Imhof schnitten alle Beteiligten gemeinsam symbolisch ein Band durch und eröffneten die Ausstellung so offiziell für die Schüler. Auch Bürgermeister Johannes Rothmund wohnte der Veranstaltung bei.

Wanderausstellung in der Von-Galen-Schule. Fotos: Felix Pillat