Lokales 10.06.2022

Bürgerwerkstatt Rothemann – Freude über ersten Spatenstich

Rothemann (sk) – Nachdem es in fast schon Rekordzeit von nur fünf Monaten eine Förderzusage aus Leader-Mitteln gab, fiel am Donnerstagabend mit dem Ersten Spatenstich der Startschuss zum Bau der Bürgerwerkstatt in Rothemann. Unterhalten und auch finanziert wird sie von der Vereinsgemeinschaft des Ortes.

Fotos: Stefan Krug

Die neue Halle von ungefähr 15 Metern Breite und sechs Metern Länge soll keineswegs als Veranstaltungsraum dienen, erklärte der der Schriftführer der Vereinsgemeinschaft, Klaus Mölter: „Im benachbarten Bürgerzentrum gibt es leider keinen Lagerraum. Hier in der Bürgerwerkstatt können die acht örtlichen Vereine Equipment nach Fertigstellung dann gemeinsam anschaffen und nutzen. Dieses ist bisher in privaten Räumen über den ganzen Ort verteilt.“ Als weitere Nutzungsmöglichkeiten wird eine Garage für einen Bürgerbus mitgebaut. Auch eine Werkbank wird es geben, an der beispielsweise gemeinsam mit Kindern gearbeitet werden kann. Weiter sagte er: „In der Halle könnten auch gemeinsam angeschaffte Kleingeräte wie Gartenhäcksler, Rüttelplatten oder ähnliches gelagert werden und als Maschinenbibliothek dann verliehen – auch wenn es dazu momentan noch keine genauen Planungen gibt.“ Finanziert wird die Halle bei Gesamtkosten von rund 89.000 Euro durch einen Zuschuss aus Leader-Mitteln in Höhe von rund 37.000 Euro und Eigenmitteln der Vereine. Von diesen trägt die Kolpingfamilie rund die Hälfte. Auf dem Dach soll eine Photovoltaikanlage installiert werden.

Der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft, Oskar Kanne, begrüßte die Anwesenden: „Ich freue mich, dass hier in Zukunft die Vereine gemeinsam so viel für den Ort und die Bürger machen wollen. Und auch für die zugesagten 500 Stunden Eigenleistung will ich mich schon jetzt bedanken.“ Neben dem großen Dank an das Regionalforum Fulda für die zugesagten Fördermittel und an die Gemeinde Eichenzell für die Unterstützung und die Bereitstellung des Grundstücks bedankte er sich auch im Besonderen bei Mölter für dessen großes Engagement.

Stefan Hesse vom Regionalforum schilderte den Verlauf des Antragsverfahrens: „Ich erinnere mich noch an unseren ersten Kontakt. Damals hatten sie den Gedanken, sich die beim Neubau nötigen Baugeräte fördern zu lassen, um diese später zu verleihen. Als sich dies als nicht möglich erwies erarbeiteten wir die jetzige Förderung – sogar mit einer höheren Fördersumme.“ Leader ist ein Maßnahmenprogramm von der Europäischen Union zur Förderung innovativer Maßnahmen im ländlichen Raum. Dazu sagte Hesse: „Wie sehr dieses Projekt passt zeigt sich daran, dass es eines derer mit den höchsten Punktewerten zur Förderfähigkeit ist.“

In Vertretung des verhinderten Landrats sagte Daniela Mayershofer: „Diese Projekt ist für unseren Kreis von großer Bedeutung. Ich verbinde es immer mit den drei B für Bürgerwerkstatt, Bibliothek für Maschinen und dem letzten B für Besonderheit. Bisher gibt es so etwas noch nirgends. Man kann damit verschiedene Schlagworte verbinden. Es steht für die attraktive Region, in der wir wohnen, für das aktive Miteinander hier in Rothemann und auch, sollte ein Bürgerbus angeschafft werden, für Mobilität für alle einschließlich älteren Mitbürgern, Jugendlichen und Menschen mit Beeinträchtigungen.“ Sie bedankte sich bei der Vereinsgemeinschaft, die es ermöglichte, die Planungen in so kurzer Zeit umzusetzen: „Die Gesamtheit der Vereine und insbesondere Klaus Mölter schafften es, dass EU-Mittel schon fünf Monate nach Antragsstellung bewilligt wurden. Nach meiner Erinnerung ist das eine Rekordzeit.“

Bürgermeister Johannes Rothmund bedankte sich bei den Beteiligten: „Ihr seid ein Beispiel, dass man gemeinsam viel bewirken kann. In Rothemann hat man noch Spaß an Gemeinschaft und Geselligkeit und es ist schön, zu einem Ortsteil dazu zu gehören.“ Einen besonderen Dank sprach er an die Kolpingfamilie aus und wünschte dem Bau ein unfallfreies und gutes Gelingen.