2022 – ein besonderes Jahr: Wie bewerten Sie das Jahr für sich persönlich und gesellschaftlich?
2022 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem der Krieg in das Herz Europas zurückgekehrt ist. Neben dem unendlichen Leid, dem die Frauen, Männer und Kinder in der Ukraine ausgesetzt sind, blickt man aber auch mit Bewunderung auf den unglaublichen Mut und den ungebrochenen Willen des ukrainischen Volkes, mit dem es sich dem russischen Aggressor entgegenstellt. Jedem muss dabei bewusst sein: die Ukrainer verteidigen nicht nur ihr Land, sondern auch die Freiheit und Werte der Demokratien dieser Welt.
Auch in Deutschland hat dieser Krieg spürbare Folgen und löst bei vielen Menschen Sorgen und Ängste aus. Gerade die wirtschaftlichen Folgen und die damit einhergehende Unsicherheit belastet viele Familien. Die Politik hat ja einige Maßnahmen beschlossen, um die Folgen des Krieges für den Einzelnen abzumildern. Bleibt zu hoffen, dass diese Hilfen auch bei Jenen ankommen, die sie am dringendsten benötigen und das trotz aller Sorgen und Schwierigkeiten der gesellschaftliche Zusammenhalt erhalten bleibt.
Was war Ihr emotionalstes Ereignis in 2022?
Im Laufe eines Jahres gibt es immer einige Dinge die einen emotional berühren. Aktuell möchte ich auf eine Museumseröffnung in unserer Partnerstadt Plesná in Tschechien hinweisen. Dort im ehemaligen Fleissen wird nun in einem Museum an die ehemaligen Deutschen Familien erinnert, die nach dem zweiten Weltkrieg aus ihrer angestammten Heimat vertrieben wurden. In Filmen und auf Schautafeln begegnet man dort vielen bekannten Eichenzellern Namen und Gesichtern. Ein solches Museum, im Egerland, wäre vor einigen Jahren noch völlig undenkbar gewesen. Somit kann man nun ein Stück Geschichte von Eichenzeller Familien im Egerland erfahren. Bei dieser Eröffnung dabei sein zu können, war schon ein besonderer Moment.
Pandemiefolgen, Krieg in Europa, Energieknappheit und Inflation waren prägende Themen in 2022 – welche positiven Aspekte können aus dem Jahr mitgenommen werden?
Trotz aller beschriebenen Katastrophen kann man erkennen, dass sich die Menschen nicht unterkriegen lassen. Jeder versucht die Veränderungen so gut es geht zu meistern und trotz aller persönlichen Sorgen ist das ehrenamtliche Engagement in unserer Gemeinde nach wie vor sehr hoch. Solange dies so bleibt, solange Menschen bei uns, trotz aller Sorgen, füreinander da sind und sich in der Gesellschaft engagieren, solange können wir mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
Was wünschen Sie sich für das kommende Jahr 2023?
Das wichtigste wäre das schreckliche Krieg in der Ukraine beendet werden kann und die Ukrainer in den festgeschriebenen Grenzen ihres Landes wieder in Frieden und Freiheit leben können. Dies hätte so viele positive Auswirkungen auf uns, auf Europa und die Welt. Mehr muss man sich nicht wünschen.
Fünf Kurzfragen:
1. Lieblingsort im Landkreis?
Schloss Fasanerie in Eichenzell
2. Auto, Fahrrad oder ÖPNV?
Notgedrungen viel Auto
3. Lieblingsessen?
„Michels Bratwurst“
4. Musik: Am liebsten höre ich...
immer gerne auch Klassik, aber auch Hits aus meinen jungen Jahren, die ja mittlerweile „Oldies“ genannt werden.
5. Lieblingsjahreszeit?
Jede Jahreszeit hat ihre Reize, aber Frühling ist immer wieder schön
