Lokales 28.04.2021

Wohnraum in der Gemeinde heiß begehrt – Vergabe nach Punktesystem

Eichenzell (pf) – Die Nachfrage nach Bauland ist groß in den Nachbarkommunen der Stadt Fulda: Auch in Eichenzell können nicht alle Wünsche nach Wohnraum erfüllt werden. Hunderte Bewerbungen gehen ein, aber die Kommune kommt an ihre Grenzen. Es wird dennoch nach Lösungen gesucht.

Symbolfoto: Pixabay

Die Nachfrage in der Gemeinde Eichenzell ist sehr groß, wie Bauverwaltungsleiter Nico Schleicher angibt – besonders für Einfamilienhäuser, aber auch im Bereich Mehrfamilienhäuser. „Der gesamte Bedarf kann nicht gedeckt werden“. 400 Bewerbungen gibt es etwa, in den nächsten zwei bis drei Jahren sollen 80 bis 120 Bauplätze ausgewiesen werden. Im Kernort ist die Nachfrage am höchsten, gefolgt von anliegenden Ortsteilen. „Die Nachfrage war in den letzten Jahren nie gering, sie ist jedoch stetig gestiegen – auch der Tatsache geschuldet, dass die Gemeinde in den letzten Jahren nur im Verhältnis wenige Baugebiete ausweisen konnte“, so Schleicher.

In Eichenzell gehe Innenverdichtung vor Ausweitung in die Außengebiete: „Im neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde sind einige potenzielle Bereiche zur Baulandentwicklung ausgewiesen. Diese Ausweisungen sind aufgrund von regionalplanerischen Vorgaben endlich. Wir versuchen derzeit, die im Flächennutzungsplan ausgewiesen Flächen zu erwerben und zu entwickeln“. Sollte das nicht möglich sein, hat die Gemeinde vor, Flächen, bei denen keine Verkaufsbereitschaft besteht, gegen verfügbare Flächen in den Ortsteilen zu „tauschen“ und somit den Flächennutzungsplan auf realisierbare Flächen anzupassen.

Momentan wird ein Bebauungsplan für das Neubaugebiet „Seemich“ in Lütter erstellt, hier wurde bereits das Vergabeverfahren der Bauplätze begonnen. „Weitere Flächen werden wir höchstwahrscheinlich in Büchenberg erwerben können. Geplant sind hier weitere 30 Bauplätze im Jahr 2022“, so Schleicher. Die gesamte Nachfrage könne wie erwähnt aber nicht bedient werden. Die Lösung? „Wir arbeiten bei der Vergabe mit einem „Punktesystem“ nach dem die Bauplätze vergeben werden“.

Die Preisentwicklung im ganzen Eichenzeller Gemeindegebiet ist enorm: „Nicht nur kommunal, sondern insbesondere bei privaten Grundstücks- bzw. Immobiliengeschäften sehen wir einen erheblichen Anstieg der Preise. Dies macht vor der Preisgestaltung der gemeindlichen Grundstücke keinen Halt, da auch die Gemeinde erheblich höhere Grund- und Bodenpreise zur Baulandentwicklung bezahlen muss“, so Schleicher. Das habe auch Auswirkungen auf die Erschließungskosten, wo beispielsweise auch der Preis für die Grundstücke der Straße beinhaltet ist. Auch die enorm gestiegenen Baupreise im Tiefbau und höhere Auflagen an Natur- und Umweltschutz sind nicht unerheblich. „Somit spiegelt sich im Ergebnis auch die hohe Nachfrage in den Preisen wider, ohne das die Gemeinde große Gewinne aus der Baulandausweisung erzielen kann – im Gegenteil“.