Lokales 12.04.2017

Windkraft im Gieseler Forst – Kommunen und Verbände sammeln Fakten

Neuhof (ea/gü) – Acht Windkraftanlagen will das Unternehmen ABO-Wind aus Wiesbaden im Bereich der Nippelskuppe im Gieseler Forst errichten. Diese Planungen sorgen bei den Vertretern der anliegenden Kommunen für wenig Begeisterung. Bei einem Treffen von Vertretern der Betroffenen Gemeinden und Orte sowie verschiedener Verbände in Neuhof wurde nun das weitere Vorgehen abgestimmt, unter anderem stehen noch ornithologische Gutachten aus.

In Neuhof berieten Kommunen und Verbände über das weitere Vorgehen. Foto: privat.

Vorgesehen sind im Gieseler Forst acht Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von 160 bis 166 Metern, einem Rotordurchmesser von 131 bis 142 Metern und einer Anlagenleistung von je 3,15 bis 3,6 Megawatt. Auf Betreiben von Neuhofs Bürgermeister Heiko Stolz trafen sich nun Bürgermeister und Ortsvorsteher der Kommunen Fulda, Neuhof und Eichenzell sowie Vertreter des Landkreises Fulda, von Naturschutzverbänden, Hessen Forst, der Bürgerinitiative (BI) Windstille und von Kali und Salz, um die aktuelle Situation zu erörtern. Der Fokus des Austausches lag auf dem Schutz des Waldes. Schließlich sei der Gieseler Forst eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Hessen. Kein Wunder, dass ein Großteil der Anwesenden die Errichtung der Windkraftanlagen ablehnen. Darüber hinaus bereitet den Teilnehmern die Nähe der Windenergieanlagen zu den Wohngebieten der betroffenen Kommunen Sorge. Die Naturschutzverbände kündigten die Erstellung weiterer ornithologischer Gutachten im April und Mai an.

ABO-Wind will schon in wenigen Monaten, im Mai oder Juni, den Genehmigungsantrag für die Errichtung der Windkraftanlagen einreichen, dann bleibe etwa noch ein Jahr Zeit, um Fakten zu sammeln, die gegen die Anlagen sprechen. Harte Faktoren sind zum Beispiel die Entfernungen der Anlagen zu Wohngebieten oder der Naturschutz. Der Schutz der Alten Heeresstraße hingegen dürfte kein Ausschlusskriterium sein, weil sich der Projektierer dann andere Zuwegungen suchen werde. Um das Fundament einer Windkraftanlage zu legen, müssten etwa 640 Lkw-Ladungen mit Beton die Baustrecke befahren. Die Teilnehmer der Versammlung waren sich jedenfalls einig: Sie wissen nicht, ob die Windkraftanlagen zu verhindern sind. Doch es gehe auch um die Zahl der Windräder und die Standorte. Hier gebe es noch einiges zu verhandeln und zu diskutieren. „Wir müssen Fakten sammeln und uns engagieren“, fasste Stolz die Ziele der Anwesenden zusammen. Die Gruppe will sich künftig regelmäßig treffen und gemeinsam den Prozess begleiten.