„Aufgewacht“ ist eine Bürgerinitiative die gemeindeübergreifend agiert. „Es handelt sich beim vorgesehenen Suchraum um ein Gebiet, welches über beide Gemeinden hinweggeht“, weiß Dennis Martin als Ansprechpartner der Welkerser Bürger. In der Gemeinde Ebersburg habe laut Martin es schon einige Veranstaltungen gegeben und nun sollten auch die Bürger aus Eichenzell einen Einblick in die Arbeit der Initiative bekommen: „Wir kämpfen an einer Front. Windkraft ist ein Thema, das eine breite Öffentlichkeit interessiert und zeigt, dass wir mit unseren Ansichten nicht alleine sind.“ So ging es vordergründig erst einmal darum, die Leute bestmöglich zu informieren. „Wir wollen den Bürgern aufzeigen, was genau auf sie zukommt und was in unserer Gemeinde geplant ist“, so Martin, der auch gleich das Ziel der Initiative aussprach: „Unser Ziel ist es, mit unserem Vorhaben viele Leute zu solidarisieren.“ Dazu trugen vor allem die breitgefächerten Fachvorträge bei, die Aufschluss über die Errichtung von Windkrafträdern geben sollten.
Interessante Informationen aus technischer und wirtschaftlicher Sicht hatte der Maschinenbauingenieur Dr. Detlef Ahlborn parat. Er ist Mitglied der Bundesinitiative „Vernunft Kraft“, zu deren Partner auch „Aufgewacht“ zählt. Mit einfachen Zahlen konnte er den Bürgern berichten, wie sinnvoll, bzw. unnütz die Errichtung von Windkrafträdern aus wirtschaftlicher Sicht ist und wie schwierig sich die technische Umsetzung gestaltet.
Erfahrungen aus dem Leben mit Windkraftädern konnte Jürgen Matlé aus Rixdorf-Herbstein zum Besten geben. In seinem Ort wurden bereits vor einiger Zeit Windkrafträder errichtet. Weiterhin war der Biologe Dr. Franz Müller aus Hettenhausen vor Ort, der sich mit den naturschutzrechtlichen und ökologischen Belangen der Waldgebiete auskennt. „Die Leute waren sehr aufmerksam. Ich denke die Veranstaltung hat viele dazu bewegt, uns auch in Zukunft zu unterstützen“, war Martin mehr als zufrieden. Schließlich seien rund 6500 Bürger aus den Eichenzeller Orten Welkers, Rönshausen, Lütter, Rothemann und Döllbach von diesem Vorhaben betroffen.
Weiteres Vorgehen der Initiative
„Wir wollten vor allem erreichen, dass die Errichtung der Windräder erneut auf die Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung gesetzt wird“, erklärt Martin. Die Gemeindevertreter sollten laut Martin schließlich das Meinungsbild ihrer Bürger vertreten und nochmals darüber sprechen. Er selbst habe auf der Infoveranstaltung nochmal dafür geworben und wolle nun auch Gespräche mit den verschiedenen Fraktionen führen. Ein großes Problem was Martin sieht, ist die Entscheidung des Regierungspräsidenten in Kassel. Dieser würde sich nämlich vornehmlich erst einmal bei den Gemeindevertretern erkundigen und dann wohlmöglich nach ihrer Einschätzung eine Entscheidung fällen. Momentan werden die Flächen noch nach Naturschutzbelangen und Windgeschwindigkeiten untersucht. „Jetzt finden Windmessungen für circa ein Jahr statt“, erklärte Martin, der auf die zweite Offenlegung der Ergebnisse im Mai gespannt ist. Sollten die Vorranggebiete der Windräder dann ausgewiesen werden, lege die Initiative definitiv Widerspruch ein. „Wir sind einfach nicht bereit die Konsequenzen einer Bundespolitik zu tragen, die fehlgeleitet wird“, nannte Martin die Beweggründe. Die Initiative sei ja nicht grundsätzlich gegen die Energiewende: „Wir wollen nachhaltige Energiewende nach Augenmaß.“
