„Mit Optimismus in die Zukunft blicken. Ich gebe zu, das ist wahrscheinlich nicht ganz so einfach für manche“, so Kolb, der anfügte: „Die Welt und Deutschland stehen vor großen Herausforderungen und vielen Ungewissheiten.“ Fragen wie die Integration, der IS-Terror oder auch die Entwicklung des Euros seien offen. „Ich finde, dass wir trotz ungelöster Probleme und Verbesserungsbedarf stolz auf unser Land sein und den politischen Gremien vertrauen sollten“, sagte Kolb. Das Ansehen von Deutschland sei in der Welt noch nie so groß wie heute gewesen. Laut Studien besteche die Bundesrepublik durch eine gute Führung, eine hohe Lebensstabilität und Innovation. So sei auch vom Land der „Dübel-Currywurst- und Glühbirnenerfinder“ die Rede. „Deutschland ist laut einer Studie an die Spitze der Wohlfühlländer aufgerückt“, so der Bürgermeister. Gleichzeitig gebe es auch Schattenseiten wie viele extreme Gruppen, die aktuell vermehrt durch die sozialen Medien zum Vorschein kämen. „Es wird bewusst vereinfacht und verallgemeinert“, meinte Kolb. Durch gezielte Falschmeldungen würden Horror-Szenarien erstellt und etablierte Parteien als unfähig hingestellt. Das machte er an Bildern und Facebook-Kommentaren über Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich.
Gleichzeitig ging er auch auf Eichenzell ein. „Auch hier wird letzte Zeit einiges schlecht geredet, obwohl Eichenzell gut da steht“, merkte Kolb an. Viele Diskussionen zu Projekten würden außerhalb der politischen Gremien nicht mehr auf sachlicher Ebene verlaufen. Auch in Eichenzell würden Bürger das Internet für unsachliche und persönliche Kommentare nutzen. „Eichenzell ist nach wie vor eine Vorzeigegemeinde“, betonte der Bürgermeister. Den Empfang nutzte er auch, um auf den geplanten Umzug von Weider Erdbauarbeiten von Welkers ins „Oberfeld“ einzugehen. Er könne verstehen, dass viele Bürger Fragen und Bedenken haben. Die müssten auch beantwortet und diskutiert werden, aber auf sachlicher Ebene. Im Internet werde aber versucht, Widerstand gegen das Projekt zu organisieren. „Sie versuchen über Sorgen und Ängste, die Bevölkerung zu instrumentalisieren“, so Kolb. In seinem Jahresrückblick ging der Bürgermeister auf bedeutende Ereignisse in der Gemeinde ein. „Wir sind finanziell gut hingekommen und haben fast fünf Millionen Euro investiert.“ Kolb erwähnte unter anderem das Containerdorf, das nie benutzt wurde, die Flüchtlingsunterbringung, der Umbau des Herrenhauses, die 850-Jahr-Feier in Welkers, das 1150-jährige Jubiläum von Rönshausen oder die Sportlerehrung. Außerdem wagte er einen Ausblick auf kommende Projekte, die er mit seiner Gemeindeverwaltung mittragen wird. „Ich habe eine Mannschaft im Rathaus auf die ich wirklich stolz bin. Sie ist einfach sympathisch“, lobte der Bürgermeister.
Schaller nutzte den Abend, um Plesná näher vorzustellen und erzählte unter anderem über die Porzellanfabriken, den Schnaps Becherovka oder Mineralquellen. Schließlich sei die Region für ihre Kurorte Karslbad oder Marienbad bekannt. „Es gibt auch viele architektonische Denkmale“, so Schaller, der anfügte: „Plesná ist ein fester Bestandteil des Egerlandes.“ Stolz sei er auf den Partnervertrag mit Eichenzell, der im November 2012 geschlossen wurde. „Das Ziel ist die Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Schule, Wirtschaft und Tourismus“, erklärte Schaller und fügte an: „Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit dazu führt, dass wir die Länder auf beiden Seiten besser kennenlernen.“ Auf die in 1993 gegründete Euregio Egrensis, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tschechien fördert, ging Lubomir Kovár ein. Themen wie der Fremdenverkehr, zur Umwelt, Kultur oder Sport werden in der Organisation thematisiert und gemeinschaftlich vorangetrieben. Das Schlusswort hatte traditionell Edwin Baltzer, Vorsitzender der Gemeindevertretung. Ihm kam beim Blick in die Zukunft das Lied von Pippi Langstrumpf „Ich mach‘ mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt“ in den Sinn. Vieles in der Welt, wie die Wahl Trumps, der Brexit oder das Erstarken der Rechtspopulisten, würden ihn erschrecken. „Das zeigt, dass viele Politiker so handeln wie in dem Lied“, meinte Balzter. Daher brauche Deutschland ein verlässliches System mit gewissen Werten und einer Grundordnung. „Jeder muss mit seiner ganzen Kraft daran arbeiten, dass wir unser System und unsere Wertvorstellungen verteidigen“, sagte Baltzer. Zur musikalischen Unterhaltung trugen Tobias Vey, Sabrina Klein und Andreas Vey von der Band „Next Level“ bei.
