„Ich heiße Sie alle herzlich Willkommen in unserem fürstlichen Wohnzimmer mit einer familiären Atmosphäre“, freute sich Kolb über den Zuspruch seiner Gäste. Nach einigen Grußworten blickte der Bürgermeister auf das vergangene Jahr zurück. Über vier Millionen Euro hat die Gemeinde im Jahr 2012 in Projekte und Baumaßnahmen investiert. Dabei wurden die Aufträge soweit möglich an Unternehmen der Region erteilt. Mit Bildern untermauert gab er den Gästen einen kalendarischen Rückblick auf jeden einzelnen Monat und hob die wichtigsten Ereignisse seiner Gemeinde hervor. Dazu zählten unter anderem im Mai die 1000-Jahr-Feiern der Orte Rothemann und Büchenberg mit hervorragendem Programm. „Es ist unglaublich, was in beiden Ortsteilen über das ganze Jahr organisiert wurde. Ich darf allen herzlich danken, die sich dort eingebracht haben“, so Kolb. Des Weiteren erfolgte im Oktober in Eichenzell der Spatenstich für schnelles Internet. „Bei diesem Projekt haben alle Fraktionen am selben Strang gezogen. Selbst bei aufkommenden Problemen hielten die Fraktionen zusammen“, freute sich Kolb über das Ergebnis. Im Juli wurden die Eichenzeller Schreckschruwe erneut Deutscher Meister im Männerballett und präsentieren nur eine der zahlreichen Vereine der Gemeinde, die erfolgreiche Arbeit leisten. „Die Prognosen sind nach wie vor schwierig“, blickt Kolb dennoch optimistisch auf das neue Jahr. Zur Unterhaltung begeisterte Madita Heigel aus Lütter die Gäste mit Musikstücken am Klavier. Die Schülerin der sechsten Klasse ist schon seit jungen Jahren erfolgreich und wird auch Ende Januar wieder bei „Jugend musiziert“ ihr Bestes geben.
„Damit die Guten nicht die Dummen sind. Zum Verhältnis von Moral, Wirtschaft und Kommunalpoltik“ – zu diesem Thema referierte Prof. Dr. Rupert Scheule, Professor für Moraltheologie und Christliche Sozialwissenschaften und ständiger Diakon der Katholischen Kirchengemeinde Lütter. „Ab jetzt wird es nur noch flach“, ermunterte Scheule seine Zuhörer zu Beginn. Er gab einen Einblick in drei verschiedene Zuordnungsverhältnisse von Moral, Wirtschaft und Politik. Dabei widmete Scheule sich einem ordnungsethischen, einem neoliberalen und einem individualethischen Ansatz. Ob sich der Markt dabei selbst reguliert, von der Politik gesteuert wird oder selbst moralisch handelt, versuchte der Lütterer gegeneinander abzuwägen. „Es scheint doch so, dass wir dem Markt nicht alles überlassen dürften und erst recht nicht die Moral“, erläuterte er nur eines der Probleme. „Es kommt mehr denn je auf uns an, aber wir schaffen das schon, aber wir sind ja nicht irgendwer. Wir sind Eichenzell“, beendete Scheule seinen Vortrag.
Auch der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Edwin Balzter überbrachte Grußworte:„Ein Mensch muss sich in die Werteordnung einnorden. Dazu benötigt man einen Kompass und der ist das Gewissen“. Im Anschluss sorgte der Chor „Belcanto“ unter Leitung von Natallia Klug aus Büchenberg mit einigen Gesangsstücken für gute Unterhaltung. Anschließend klang der Abend beim gemütlichen Beisammensein mit einigen Leckerbissen in Ruhe aus.
