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Montag 18. Juli 2011

Lokales  

Wehrführer mit 22 Jahren – Eine kleine, große Feuerwehrkarriere

Löschenrod (tb) – Im Alter von fünf Jahren nahm ihn sein Vater das erste Mal mit zur Feuerwehr, mit zehn Jahren ging er in die Jugendfeuerwehr Löschenrod, mit 16 kam er zur Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr und im zarten Alter von 18 Jahren übernahm er das Amt des Stellvertretenden Wehrführers, bevor er im März 2009 mit 20 Jahren jüngster Wehrführer der Gemeinde Eichenzell wurde. Die Rede ist von Dominik Hörl, einen jungen Mann, der sich in besonderer Weise der Feuerwehr verbunden fühlt.

Nachdem schon 2007 der letzte Wehrführer Löschenrods aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten war, wurde Hörl aufgrund seiner zahlreichen Ausbildungen klar, dass er sich als Stellvertreter für diesen Posten zur Verfügung stellen würde. Und von dort war es nur ein kurzer Weg bis zum Hauptamt. „Natürlich musste auch ich mich irgendwie in dieses umfangreiche Amt einarbeiten, aber durch meine Stellvertretertätigkeit von 2007 bis 2009 fühlte ich mich der Aufgabe als Wehrführer gewachsen“, sagt der selbstbewusste junge Mann.

Es sei ein Stück Lebensaufgabe, die Hörl in den Dienst der Feuerwehr verschlagen habe. Sein Hobby ist und bleibt die Feuerwehr – andere Vereine hätten ihn nie interessiert. Als Wehrführer unterstehen dem jungen Mann etwa 25 Einsatzmitglieder, sogar drei Frauen sind mit dabei – und die sind alle so im Alter zwischen 17 und 60 Jahren. Man könnte meinen, die älteren würden sich von einem jungen Wehrführer ungern etwas sagen lassen, aber Hörl belehrt eines besseren. „Im Gegenteil – die älteren Einsatzkräfte freuen sich darüber, wenn wir jüngeren in unseren Ausbildungslehrgängen Neues lernen und das an sie weitergeben. Ich bin bisher noch nie auf Wiederstand gestoßen, aber immer in offene Arme gelaufen“, erklärt der junge Wehrführer. Die Qualifikation zum Wehrführer hatte Hörl sich schon früh durch Lehrgänge wie den Grundlehrgang, einen Truppführerlehrgang und einen Gruppenführerlehrgang erarbeitet. Zusätzliche Lehrgänge wie einen Atemschutzgerätelehrgang, einen Sprechfunklehrgang und Maschinistenlehrgang konnte der 22-Jährige auf Kreisebene absolvieren.

Dabei kam ihm sicherlich auch sein Beruf zu Gute. Bei der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung ist er nach seiner Ausbildung direkt als Technischer Angestellter in den öffentlichen Dienst übernommen worden. „Deshalb werde ich der FFW Löschenrod sicherlich noch einige Jahre erhalten bleiben. Ein Ortswechsel wegen des Arbeitsplatzes muss ich jedenfalls nicht befürchten“, freut sich Hörl.

„Miteinander“ und „Kameradschaft“ sind zwei Schlagwörter, die dem jungen Wehrführer bei seiner Arbeit besonders wichtig sind. Und die Dankbarkeit der Menschen, denen man während eines Einsatzes hilft, sei einfach unersetzlich. „Das ist es, was mir immer wieder zeigt, wie wichtig unsere Arbeit ist“, sagt Hörl.

Allerdings ist die Arbeit natürlich auch sehr zeitaufwendig. „Mindestens zwei Stunden sitze ich am Tag an Feuerwehrunterlagen. Entweder bereite ich Lehrmaterial vor, arbeite altes Material auf oder muss mich um sonstige Aufgaben eines Wehrführers kümmern“, berichtet der engagierte Löschenroder. Unterstützung bekommt er bei seiner Arbeit natürlich auch von seinem Stellvertreter Helmut Konrad, der gesamten Einsatzabteilung und natürlich der Gemeinde, die der FFW in finanziellen Dingen immer  unter die Arme greife. Verheiratet ist der junge Mann noch nicht und an eine Familie denkt er momentan auch noch nicht – er sieht dies für sein Amt als Wehrführer aber auch positiv: „Das ist vielleicht auch der Grund, warum ich im Gegensatz zu anderen Mitgliedern mehr Zeit für diese Arbeit habe und mich mit vollem Herzen dem Amt des Wehrführer widmen kann“.


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