Rathaus aktuell
Welkerser Bürgerhaus soll nur umgebaut werden - Fotos
Ein Punkt des Nachtragshaushaltsplanes war unstrittig, schließlich wurde in Welkers mittlerweile über die Zukunft des Bürgerhauses entschieden: Der Ortsbeirat hat sich mit großer Mehrheit für die Sanierung und gegen einen Neubau ausgesprochen, sodass im kommenden Jahr mit der Planung und circa ein Jahr später mit dem Umbau begonnen werden kann. Ortsvorsteher Winfried Schmelz ist zufrieden: „Ich finde den Beschluss gut, denn für mich war vor allem das Raumangebot entscheidend. Das wäre bei einem Neubau einfach schlechter gewesen, da wir keine zwei Ebenen mehr gehabt hätten“. So bleiben im Haushaltsplan nun die 50.000 Euro für die Planungskosten, die nach den letzten Beratungen erst ein Jahr später aufgenommen werden sollten. Dafür sprachen sich die Gemeindevertreter einstimmig aus.
Hoch schlugen die Wellen dagegen, als es um die 50.000 Euro für das Anspardarlehen zum Kauf des Herrenhauses sowie die weiteren Kosten für den Anbau der Kerzeller Kindertagesstätte ging. Während SPD-Fraktionsvorsitzender Günter Strelitz betonte, mit den vorgelegten Zahlen nicht zufrieden sein zu können, sprach Peter Seufert für die CDU in Vertretung des erkrankten Peter Happ von keinem guten, aber einem befriedigenden Ergebnis. Alfons Schäfer, Fraktionsvorsitzender der CWE, schloss sich der Meinung der CDU an: „Die CWE ist der festen Überzeugung, dass immer noch genügend finanzieller Spielraum für die wichtigen Aufgaben der Gemeinde vorhanden sind“. So wurde der Antrag der SPD, auf die 50.000 Euro für das Darlehen zu verzichten, abgelehnt, wobei sich die CWE enthielt.
Einigkeit herrschte während der letzten Gemeindevertretersitzung im Jahr 2011 dann bei den weiteren Tagesordnungspunkten. So wurde einstimmig der Grundsatzbeschluss gefasst, den Verein „Leben und Arbeiten in Eichenzell“ künftig zu unterstützen. Harald Friedrich bleibt bei 26 Ja- und sieben Nein-Stimmen weiterhin für eine Amtsperiode von fünf Jahren Schiedsperson im Schiedsmannbezirk Eichenzell. Auch der Antrag der SPD-Fraktion, Maßnahmen zur Belebung des Ortskerns von Eichenzell zu ergreifen, fand Zustimmung.
CDU-, SPD- und CWE-Fraktion reichten außerdem gemeinsam den Dringlichkeitsantrag ein, dass sich der Gemeindevorstand während der Planung der neuen Wingas-Leitung, die ursprünglich unmittelbar an den Gerbachshöfen vorbei führen sollte, für die Interessen der Bürgerschaft aller betreffenden Ortsteile einsetzen soll. Die Trassenführung solle - wenn möglich - westlich der B27 erfolgen. Wie Ortsvorsteher Gerhard Dehler erklärt, habe die Naturschutzbehörde sich gegen den Plan, die Trasse durch das Naturschutzgebiet in Richtung Löschenrod zu legen gewehrt. „Aber die Natur kann nicht vor dem Menschen kommen“, so Dehler und auch Strelitz betonte: „Es ist mir unverständlich, dass die Rechte der Eigentümer hinten angestellt werden“. Alle Beteiligten versprachen den anwesenden Anwohnern der Gerbachshöfe, auf eine bestmögliche Lösung im Sinne der Bürger hinzuarbeiten. Am Montag möchte Bürgermeister Dieter Kolb die einhellige Meinung im Rahmen eines Info-Abends den Vertretern von Wingas mitteilen.
Keine befriedigenden Neuigkeiten für die SPD-Fraktion hatte der Bürgermeister schließlich in puncto der Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit am Bahnübergang Eichenzell-Sachsenhausen. Wie Kolb im Gespräch mit Vertretern des Eisenbahnbundesamtes sowie der Deutschen Bahn erfahren hat, entspreche das in Sachsenhausen benutzte System dem aktuellen Stand der Technik. So sei es vielerorts der Fall, dass der Lokführer durch ein Infrarotsignal die Schließung des Bahnübergangs einleite. Eine technische Änderung würde nicht nur 100.000 Euro kosten, sondern auch dazu führen, dass die Schranken bereits beim Einfahren in den Bahnhof Eichenzell schließen würden. Dies hätte wiederum einen Rückstau zur Folge: „Die Erfahrung zeigt, dass die Versuchung für die Wartenden, je länger die Schranken geschlossen sind, umso größer wird und dann eher mal die Schranke umfahren wird“, erläuterte Kolb. Die Anbringung eines Gleismagneten, der den Bremsvorgang des herannahenden Zuges bei offenem Bahnübergang hervorruft, sei dagegen technisch nicht möglich. Fotos: Viktoria Goldbach.
Ein weiterer Bericht zur Gemeindevertretersitzung zum Thema Herrenhaus folgt am morgigen Samstag.








